Wenn ein großer Teil deiner Webseitenbesucher aus einem anderen Land als deinem stammt, deine Besucher verschiedene Sprachen sprechen oder beides, dann brauchst du internationale SEO.
Stell dir internationales SEO als eine größere Art der Local-SEO oder als Geotargeting vor. Aber anstatt deine Webseite für Besucher aus deiner Stadt oder deinem Bundesland zu optimieren, optimierst du sie für verschiedene Länder und Sprachen.
Wenn du eine vollständig internationalisierte Seite erstellen möchtest (d. h. eine, die speziell auf ein anderes Land und eine andere Sprache ausgerichtet ist), hast du drei Aufgaben, um internationales „Geotargeting“ durchzuführen:
- Gib dein Zielland und/oder deine Region mit einer international entsprechenden URL-Struktur an (Länder-Targeting).
- Lege mithilfe von Sprach-Tags fest, auf welche Sprache deine Seiten abzielen (Sprach-Targeting).
- Erstelle und pflege die Inhalte in den Sprachen der Zielbenutzer. Das ist schließlich der Stoff, mit dem du letztendlich gefunden wirst (Content-Targeting).
hreflang & canonical
Deine wichtigsten Werkzeuge sind das hreflang-Tag und passende Canonicals.

Was sind Hreflang-Tag-Attribute?
Das hreflang-Attribut (auch als rel=„alternate“, hreflang=„x“ bezeichnet) teilt Google mit, welche Sprache eine bestimmte Seite hat und wo andere Sprachversionen dieser Seite existieren.
So kannst du der Suchmaschine angeben, welche Sprachversion dem Besucher im Suchergebnis und beim Besuch bereitgestellt werden soll. Mit hreflang vermeidest du auch Duplicate-Content (zum Beispiel bei englischer Sprache für Amerikaner, Australier oder Briten).
Codebeispiel:
<link rel="alternate" href="http://example.com" hreflang="de-DE" />
Was ist Rel = „Alternate“, Hreflang = „x“?
Mit dem im Dezember 2011 von Google eingeführten Attribut hreflang können Sie Suchmaschinen die Beziehung zwischen Webseiten in anderen Sprachen anzeigen. Dies ist nützlich, wenn du Inhalte hast, die für ein lokales Publikum spezifisch sind. Oder wenn sich die Währung bei gleicher Sprache unterscheidet. Denn in beiden Fällen wirst du eine angepasste Version mit fast identischem Inhalt benötigen.
Das Attribut hreflang fügt Suchmaschinen ein sogenanntes Signal hinzu, dass ein Benutzer, der in der Sprache „x“ abfragt, dieses Ergebnis auch in Sprache „x“ bekommt, anstelle einer Seite mit ähnlichem Inhalt in der Sprache „y“.
Wenn du beispielsweise eine spanischsprachige Version deiner deutschen Homepage erstellst, dann würdest du sie mit hreflang=„es“ als „Español“ kennzeichnen, sodass Suchende mit einer IP-Adresse, bei der die Suchmaschine Grund zu der Annahme hat, sie komme aus einem spanischsprachigen Land, diese Seite auf Spanisch anstelle der deutschen Version angezeigt bekommen.
Das wird die Absprungrate der spanischsprechenden Besucher verringern und die Conversions erhöhen, indem sichergestellt wird, dass deine Besucher auf der für sie am besten geeigneten Version deiner Seite landen.
Hreflang kann auch dazu verwendet werden, um zu zeigen, dass deine Inhalte auf Varianten einer einzelnen Sprache ausgerichtet sind. In diesem Fall kannst du deine Seiten noch spezifischer ausrichten, indem du das Attribut erweiterst. Und zwar indem du angibst, für welchen Bereich der Inhalt lokalisiert ist.
Bei dem spanischen Beispiel wäre die Region Spanien so zu kennzeichnen: hreflang = „es-es“. Für spanischsprechende Menschen in Mexiko hingegen so: hreflang = „es-mx“. Dies ist besonders nützlich für Geotargeting deiner Besucher, um Unterschiede in Währung, Versand, Saisonalität und Kultur zu kontrollieren.
Hreflang ist ein Signal, keine Richtlinie. Man könnte sagen, es ist ein Hinweis, der von wichtigeren Faktoren überstimmt werden kann. Das bedeutet, dass andere SEO-Faktoren das Attribut überschreiben können und das kann dazu führen, dass eine andere Sprachversion deiner Seite einen höheren Rang im Suchergebnis einnimmt.
Wohin kommt das Hreflang-Attribut?
Das hreflang-Attribut kann im On-Page-Markup, im HTTP-Header oder in der Sitemap platziert werden. Verwende nur einen dieser zwei Standorte für das hreflang-Attribut und packe es nicht in den Body oder Footer deiner Seite.
Wie das Hreflang-Attribut aussieht
Das hreflang-Attribut jeder Seite sollte einen Verweis auf sich selbst sowie auf alle Seiten enthalten, die als Alternative dienen.
Wenn deine deutsche Webseite auch für Spanien und die USA eine Sprachvariante besitzt, dann sehen die Hreflang-Attribute für deine Homepage folgendermaßen aus:
<link rel="alternate" href="http://example.com" hreflang="de-DE" /> <link rel="alternate" href="http://example.com/es/" hreflang="es-es" /> <link rel="alternate" href="http://example.com/us/" hreflang="en-us" />
Genau diese gleichen Anmerkungen sollten auf den spanischen und englischen Versionen der Seiten erscheinen. Das Ganze wendest du natürlich für jede Seite passend an, nicht nur für die Homepage.
Es ist übrigens weiterhin möglich, dass englischsprechende Menschen aus Großbritannien oder Australien deine Webseiten sehen, denn Hreflang ist ein Signal, keine Richtlinie!
ISO-Sprach- und Regionalcodes
Der Wert des hreflang-Attributes legt die Sprache einer Alternativ-URL im Format fest. Optional kann (und muss man manchmal) auch die Region festlegen, im Format ISO 3166-1 Alpha-2.
Google unterstützt das Format ISO 639-1 für Sprachcodes. Für Regionen wird das Format ISO 3166-1 Alpha-2 unterstützt. Mit diesen Codes kannst du signalisieren, auf welche Region und Sprache du zielst.
Oft werden falsche Codes für Sprachen oder Regionen verwendet, weil diese nicht so sind, wie wir annehmen. Einer der häufigsten Fehler ist zum Beispiel, „en-EU“ für eine englische Sprachversion für Europa zu verwenden. Doch die wird so nicht unterstützt.

Nicht alle Codes im ISO-Format sind also intuitiv, also so, wie du denken könntest, dass sie lauten. So lautet der Code für Großbritannien „gb“ und nicht „uk“ oder das im Beispielbild Gezeigte „en-eu“ gibt es so schlicht nicht. Überprüfe also deine Tags, bevor du falschen Code auf deiner Webseite einfügst. Dieser Tag-Generator kann helfen.
Du kannst mehrere Hreflangs auf einer Seite verwenden, wenn du zeigen möchtest, dass die Seite für Besucher in mehr als einem Land oder Gebiet bestimmt ist.
Wenn du beispielsweise eine Webseite hast, die sich an Personen richtet, die sowohl in Äthiopien als auch in Eritrea die Sprache Amharisch sprechen, kannst du Folgendes angeben:
<link rel="alternate" href="http://example.com" hreflang="am-et" /> <link rel="alternate" href="http://example.com" hreflang="am-er" />
Vergiss nicht, ein allgemeines Hreflang-Attribut ohne den Regionalcode anzugeben, um amharisch sprechende Suchende in Dschibuti oder anderen Regionen der Welt zu erreichen, aus denen du gern organischen Traffic haben möchtest:
<link rel="alternate" href="http://example.com" hreflang="am" />
Allgemeines Targeting mit x-default
Wenn du Seiten hast mit Inhalten in verschiedenen Sprachen oder eine Seite, die deinen Benutzer auffordert, eine bevorzugte Seite auszuwählen, kannst du x-default verwenden:
<link rel="alternate" href="http://example.com/" hreflang="x-default" />
Hreflangs Auswirkung auf Rankings
Hreflang-Attribute helfen nicht unbedingt dabei, den Traffic zu erhöhen. Stattdessen besteht das Ziel der Verwendung darin, den richtigen Benutzern den richtigen Inhalt bereitzustellen.
Sie helfen Suchmaschinen dabei, die richtige Version der Seite basierend auf dem Standort und den Spracheinstellungen eines Benutzers in der SERP zu platzieren. Es kann also sein, dass eher die Verkäufe angekurbelt werden, weil die deine Besucher nun die richtige Shopseite sehen.
Der Unterschied zwischen Hreflang und Kanonisierung
Die Kanonisierung ist eine Möglichkeit, mit der Suchmaschinen angezeigt wird, welche Version einer URL (jeweils mit demselben Inhalt) die dominierende ist oder sein soll, um so Probleme mit doppelten Inhalten zu vermeiden.
hreflang hingegen ist eine Möglichkeit, mit der angezeigt wird, welche der verschiedenen (aber häufig ähnlichen) Seiten (basierend auf Sprache oder Region) bei einer Suche angezeigt werden sollen.
Google empfiehlt, rel=„canonical“ nicht für Länder- oder Sprachversionen einer Webseite zu verwenden. Du kannst es aber innerhalb einer Länder- oder Sprachversion verwenden, wenn du es nutzt, wofür es gedacht ist. Was generell bei Canonicals der Fall sein sollte.
Häufige Fehler bei Mehrsprachigkeit und hreflang:
- Wenn eine Seite in einem hreflang-Attribut eine alternative URL aufzeigt, dann muss diese alternative URL das mit einem zurückführenden hreflang-Tag bestätigen. Das ist oft nicht der Fall.
- Die Sprach- und Regioncodes sollten stimmen (ISO 639-1 / ISO 3166-1 Alpha 2), auch hier erlebt man freie (und falsche) Interpretationen.
Ein paar weitere bewährte Methoden:
- Stelle sicher, dass alles, von deiner Navigation über deine Inhalte bis hin zum Helpdesk, in der Hauptsprache der Region existiert, auf die du optimierst.
- Verwenden keine maschinellen Übersetzungen (selbst Google-Translator ist immer noch nicht gut genug).
- Leite einen Benutzer nicht automatisch je nach Standort in eine andere Sprache um. Es ist in Ordnung, eine andere Sprache vorzuschlagen, aber nicht ohne zu fragen. Denn ob der englischsprachige Sucher in Frankreich ein Fremdsprachenstudent oder Urlauber ist, kannst du nicht wissen.
- Vermeide die Verwendung von Cookies oder Skripten, um Versionen der Seite in verschiedenen Sprachen anzuzeigen. Suchmaschinen können diese Art von dynamischem Inhalt nicht crawlen, und menschliche Benutzer können ihn möglicherweise auch nicht sehen.

International SEO: Best Practices
Es gibt zu den drei Aufgaben eine Handvoll Best Practices, um die du dich kümmern musst.
URL-Struktur und Domains für internationale Webseiten
Es gibt URL-Strukturen, mit denen du als Webmaster deine Webseiten für ein bestimmtes Land ausrichten kannst. Es ist an dir, dich zu entscheiden. Zu deinen Wahlmöglichkeiten gehört die Verwendung:
- einer Ländercode-Top-Level-Domain (ccTLD),
- einer Subdomain,
- eines Unterverzeichnisses oder
- eines Unterordners,
- einer General-Top-Level-Domain (gTLD) mit Sprachparametern oder sogar
- die Verwendung eines völlig anderen Domainnamens.
Das klingt erstmal recht kompliziert, ist es aber gar nicht. Schauen wir uns jede dieser Optionen genauer an und gehen danach zu den Vor- und Nachteilen und wen du wie ansprichst.
ccTLD
ccTLD – Wie von Google definiert, verwenden ccTLDs aus zwei Buchstaben bestehende Codes, um Benutzern und Suchmaschinen anzuzeigen, in welchem Land oder in welchem souveränen Staat oder in welchem abhängigen Gebiet eine Website registriert ist.
Beachte bitte, dass einige Ländercodes, z. B. .ly für Libyen oder .tv für Tuvalu im Pazifischen Ozean, auch sehr häufig für andere Zwecke verwendet werden, dass Google sie generisch behandelt! Eine ccTLD für Deutschland und eine für Polen wären also:
https://www.example.de/ https://www.example.pl/
Subdomain – internationaler Inhalt wird oft auf einer separaten „Third-Level-Domain“, einer Subdomain, platziert. Die vielleicht, oder vielleicht auch nicht, den PageRank (Link-Equity) von der Root-Domain weitergibt. Noch keine Wertung dazu, aber Subdomains für verschiedene Sprachen könnten so aussehen:
https://deutsch.example.com/ https://englisch.example.com/ https://en.example.de/
Unterverzeichnis
Unterverzeichnis – Ein weiterer oft verwendeter Ort für internationalen Inhalt ist ein dem Land zugeordnetes bestimmtes Unterverzeichnis oder ein Unterordner. Beispiele dafür sind:
https://www.example.com/de/ https://www.example.com/en/
gTLD mit Sprachparametern
gTLD mit Sprachparametern – Eine Top-Level-Domain (wie .com, .net oder .org) richtet sich auch dann an Sprecher einer bestimmten Sprache, wenn ein URL-Parameter angehängt wird. Eine Erklärung zu den verschiedenen URL-Parametern (nicht den Sprachcodes, das folgt später) findest du hier. Aussehen würde es so.
https://www.example.com/?lang=en-us https://www.example.com/?lang=de-de
Eine ganz andere Domain
Eine komplett andere Domain – das ist sowohl für Mehrsprachigkeit als auch für die Ausrichtung auf verschiedene Länder zwar selten, aber dennoch möglich. Du könntest internationale Inhalte auf eine komplett andere Root-Domain legen:
https://www.meinedeutscheseite.de https://www.meineSeitefürdieUSAheißtso.us
Vor- und Nachteile der verschiedenen URL-Strukturen
Suchmaschinen können jede unterschiedliche URL-Struktur auch leicht unterschiedlich interpretieren, sodass jede Technik ihre Vor- und Nachteile hat. Es sind jedoch nicht nur SEO-Faktoren, die du beachten musst, sondern auch die Ressourcen, die für deren Implementierung und Wartung erforderlich sind. Bevor du die richtige Struktur für dich auswählst, solltest du dir die einzelnen Optionen genauer ansehen.
| URL-Struktur | Vorteile | Nachteile |
| ccTLD (example.de) | – eindeutigstes Signal für Suchmaschinen – Der einfachste Weg für gute lokale Rankings | – Jede Seite hat ihren eigenen PageRank. – Hohe Kosten für Wartung und Instandhaltung |
| Unterverzeichnisse | – Alle Sprachen und Länder haben die gleiche Domain-Authority. – Günstig in der Wartung | – Schwächeres Signal für die Suchmaschine – Nutzer bevorzugen ccTLDs im Suchergebnis |
| Subdomain | – Günstig in der Wartung | – Nutzer bevorzugen ccTLDs im Suchergebnis – Mögliche Einbußen an Domain-Authority |
In der Tabelle hast du die Nachteile und Vorteile der einzelnen möglichen Strukturen gesehen. Unabhängig von der gewählten Struktur empfiehlt Google, dass die Hierarchie der Webseite in jedem Abschnitt auf ähnliche Weise organisiert ist. So stellst du sicher, dass deine Webseitenstruktur einfach zu crawlen ist.
Warum spielt das eine Rolle für den Nutzer?
In der internationalen Suchmaschinenoptimierung sind ccTLDs die stärkste Methode, um Suchmaschinen und Benutzern zu zeigen, dass die Inhalte der Webseite speziell auf ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Region ausgerichtet sind.
Wenn eine Website eine ccTLD verwendet, geht Google davon aus, dass diese Website (und der gesamte Inhalt darauf) speziell für das von der ccTLD betroffene geografische Gebiet relevant ist und auf SERPs in diesem Bereich angezeigt werden sollte. Es hat weniger mit der Sprache zu tun! Der Teil folgt noch.
So erreichst du User und erklärst Maschinen deine Struktur:

Sende Benutzern noch Suchmaschinen so weitere starke Signale, dass sie am richtigen Ort sind. Denk auch an kulturelle Unterschiede, wenn du dein Design und den Inhalt erstellst. Verschiedene Regionen betrachten Dinge wie Farbe, Layout und Humor auf sehr unterschiedliche Weise.
Indem du eindeutig klarstellst, dass deine Seite für deine Besucher passt, erhöhst du die Chancen, dass sie eine positive Erfahrung machen und positive Signale hinterlassen, und auch das wird dir helfen.
Es ist auch erwähnenswert, dass internationales SEO bei richtiger Implementierung für Benutzer nahezu unsichtbar sein sollte.
Meine Wertung zur PageRank-Problematik
Ja, der PageRank zur Subdomain ist weniger wert als zum Unterverzeichnis. Es ist noch immer wichtig und wenn du einen Blog hast: Pack ihn auf ein Unterverzeichnis, nicht auf eine Subdomain. Nur so profitierst du wirklich von deinem Blog (aus SEO-Sicht).
Es geht hier gar nicht um Crawlbarkeit und Verständnis des Googlebots für Strukturen deiner Webseiten. Es geht bei dem Thema schlicht um SEO-Rankingfaktoren und wie man sie nutzt.
Was für den Blog gilt, gilt aber nicht für Mehrsprachigkeit! Backlinks aus dem Kongo sind für dein Ranking in Brasilien nicht ausschlaggebend. Und viel wichtiger als das ist der Rankingfaktor einer Country-Code-Top-Level-Domain. Eine .de-Domain ist in Deutschland leichter optimierbar als eine .com-Domain. Warum macht das Amazon wohl so? Oder Google. Weil sie das wissen.
Fazit zur Mehrsprachigkeit, hreflang und internationaler SEO
- Mach die Technik richtig, hreflang, alternates und canonicals müssen passen, sonst wird es nichts.
- Bedenke, dass Bilder, Videos, Audios – all das braucht Sprachvarianten.
- Eine URL wie /fernseher kommt in anderen Sprachen nicht so gut an, auch die muss übersetzt werden.
- Ich würde immer eine Country-Code-TLD einer generischen vorziehen (.de statt .com).
- Auch wenn der Faktor längst nicht mehr so groß ist wie früher: Eine im Zielland gehostete Domain bringt zusätzliche Punkte.





