Die meisten dehnen diese Regeln nicht nur. Sie brechen diese Regeln. Massiv, auffällig und um eine Strafe bettelnd. Ich war schon als Suchmaschinenoptimierer (SEO) tätig, bevor es Panda und Pinguin gab. Ja, ich habe massiv und böse falsch Links aufgebaut. Dofollow-Links aus Apple-Foren mit Ankertext-Manipulation durch Verwenden von HTML im Foren-Namen. Kennt noch jemand diese Liste mit den 77 Linkbuilding-Tipps für einen guten Start? Ich habe hier 50 Linkbuilding-Tipps für euch, die heute noch gehen.

Das Wichtigste in Kürze
Du kannst Gastbeiträge für Nofollow-Linkbuilding nutzen. Das geht problemlos. Ähnlich wie Advertorials oder Affiliate-Links. Kostet dich Geld und ist Nofollow. Das heißt nicht suchmaschinenranking-relevant, wenn du so willst. Bekommst du Traffic, Impressions oder Leads, dann hat es ja auch einen Wert. Bekommst du davon bessere Rankings? Nicht direkt.
Wenn du Greyhat und Blackhat magst, kannst du es mit Dofollow probieren. Dann solltest du aber nicht direkt „Gastbeitrag“ auf den Artikel schreiben. Auch nicht 25 Mal mit Exact-Match-Ankertexten deine Domain verlinken. Es gibt die First-Link-Rule, das würde beim Verlinken auf den gleichen Artikel ohnehin nichts bringen.
Darf man das? Nee. Macht man das? Ja. (Auweia). Wenn du ein paar logischen Regeln folgst, wird das (vermutlich) auch keiner ankreiden. Ich sage dir hier nicht, du sollst das tun! Ich sage, es besteht die Möglichkeit, dass es funktioniert. Und vielleicht auch, wie man sich da rantasten kann. Man kann tatsächlich Dofollow-Backlinks aus Gastbeiträgen bekommen. Aber es ist ein Verstoß gegen Google-Richtlinien.
Was kann passieren? Du kannst eine Strafe bekommen. Und wenn du von einer Google-Strafe betroffen bist, dann kann das Erholen davon etwas dauern. So könntest du die Google-Strafe wieder loswerden. Bedenke: Die Punkte für die bösen erworbenen Links bekommst du nicht zurück.
Was ist ein Gastbeitrag?
Gastbeiträge oder „Guest Posts“ sind Beiträge von dir auf Webseiten von anderen. Dabei schreibst du einen themenrelevanten Blogbeitrag, relevant für dich und den Blog, auf dem du veröffentlichst.
Nun kommt das mit den Backlinks ins Spiel. Natürlich möchtest du zu dir verlinken, aber wie? Ganz einfach und keine zweite Meinung zulässig: Nofollow! Denn das ist, was Google in seinen Guidelines seit Jahren so klarstellt.
Der Wert geht damit verloren. Wann immer du also einen Dofollow-Backlink per Gastbeitrag erstellst, schreibe nicht groß „Gastbeitrag“ auf den Artikel. Darf man das denn? Nein, ich sag es nur.
Ist ein Gastbeitrag sinnvolles Linkbuilding?
Nein, wirklich nicht, wenn du auf Google-Rankings zielst und den Guidelines folgen möchtest. Wenn es dir um den Aufbau von Follow-Backlinks geht, dann ist das Thema Gastbeiträge eine nutzlose Arbeit. Schon seit 2017 (!!!) stellte Google klar, dass Links in Gastbeiträgen Nofollow-Links sein müssen. Bezahlt oder nicht bezahlt, das spielt keine Rolle!
Nun stellt sich die Frage, ob das Ziel einer Linkbuilding-Strategie oder eines SEOs sein sollte, X Follow-Backlinks in Y-Zeit zu bekommen. Eigentlich ja sowieso nicht!
Der Nutzen von Guestposts, wie Google sie möchte
Es ist ähnlich wie beim Comment-Marketing oder der Forenarbeit, es geht primär um das Branding und Bekanntwerden in deiner Zielgruppe. Auch um das Gewinnen von Lesern und möglichen Kunden, aber nicht um das Erhaschen von Follow-Links. Es spricht also generell nichts gegen Gastbeiträge. Jedoch das Ziel sollte überdacht werden, es geht eben nicht um die Linkgewinnung.
Google-Richtlinien zu Gastbeiträgen (Guestposts / Guestblogging)
Die Überschrift ist lang und bilingual mit Synonymen. Dass auch jeder weiß, was richtlinienkonform ist. Hier die offizielle Sicht von Google. Schau es dir an, bevor du damit loslegst und Gastbeiträge erstellst.
Google (Matt Cutts) zum Thema Gastbeiträge im Jahr 2012
Schon 2012 sagte Matt Cutts (damals Head of Google Webspam) etwa: „Manchmal ist es OK, Gastbeiträge zu verwenden, und manchmal ist es doch besser, NoFollow-Links zu setzen.“ Die übliche SEO-Antwort heutzutage: „It depends“ (siehe Video). Das war im Jahr 2012 und schon da, verdammt lang her, war es Grey-Hat-SEO-isch.
Googles view on guest blogging for links in 2012 – okish für manche
Google (John Mueller) zum Thema Gastbeiträge im Jahr 2017
Im Jahr 2017 sagte John Mueller von Google, dass bei allen Gast-Blog-Posts, egal wie oft du Beiträge erstellst, alle Links Nofollow-Links sein sollten. Etwa bei 10 Minuten in diesem Webmaster Hangout:
Googles view on guest blogging for links in 2012 – ok aber nofollow
Google (John Mueller) zum Thema Gastbeiträge im Jahr 2020
Zuletzt in diesem Jahr wurde John gefragt: „Was ist mit Gastbeiträgen im Allgemeinen, bei denen kein Geld den Besitzer wechselt?„
John sagte: „Der Teil, der problematisch ist, sind die Links. Wenn du den Inhalt und die Links bereitstellst, sollten diese Links keine Signale weiterleiten und das rel-gesponserte / rel-nofollow sollte angehängt sein. Es ist in Ordnung, um ein breiteres Publikum zu erreichen.“ Aber eben nicht, um Follow-Links zu bekommen.
Er fügte später hinzu, dass es hier nicht um neue Pläne geht, Websites mit Links zu Gast-Blog-Posts zu suchen. Er sagte, erwarte kein Hochlaufen manueller Überprüfungen. Und sagte, die meisten Gastbeiträge würden „sowieso algorithmisch erfasst„.
Nochmal: Google-Guidelines sagen NoFollow
Nofollow ist die Regel. Auch „sponsored“ oder „user-generated-content (ugc)“ würde bedeuten: keine Weitergabe von Linkkraft (aka PageRank). Ich könnte aufhören und ein Fazit schreiben. Aber das wäre nur die halbe Wahrheit. Denn John sagt ja: Die meisten Gastbeiträge würden „sowieso algorithmisch erfasst„ werden. Und ein „Hochlaufen manueller Überprüfungen“ erwartet er nicht.
Manuelle Überprüfungen sind eine Bedrohung. Die andere der Algorithmus. In Zeiten von Gemini und KI macht mir die manuelle Prüfung fast keine Sorgen.
Sind Dofollow-Backlinks aus Gastbeiträgen ohne Strafe möglich?
Vielleicht. Wie gesagt, der Algorithmus ist der Endgegner. Nochmal – das hier ist keine Aufforderung. Es drohen massive Strafen.
Was du auf gar keinen Fall tun kannst
- Du kannst nicht mehrmals die gleichen Inhalte verwenden. Bist du nicht unique mit jedem Beitrag, kann auch ich dich in Sekunden enttarnen.
- Du kannst nicht Low-Value schreiben. Du brauchst wirklich guten Content. Er muss zur Seite passen, die zu dir verlinken soll.
- Der Content muss auch gut genug sein, dass Google ihn indexiert und für relevant und gut hält. Sonst ist der Backlink (DoFollow hin oder her) gar nichts wert.
- Immer den gleichen Schreibstil verwenden oder immer die gleiche Person schreiben lassen. Es dürfen gar keine Muster erkennbar sein. Muster erkennen können Maschinen sehr gut!
- Du kannst nicht nur zu dir verlinken.
- Eine KI kann deine Texte nicht erstellen, schon gar nicht Gemini danach fragen.
- Vielleicht gehe ich zu weit, aber meine Anfragen würde ich nicht via oder an G-Mail-Konten senden (Firmenkonten sollten sicher sein).
- Du solltest keinesfalls massiv den Anker manipulieren („billig Fernseher kaufen online„).
Was man probieren könnte
- Echt gute Inhalte erstellen, die relevant für Leser, zu dir verlinkende Domain und dich sind.
- Niemals einen Text zweimal verwenden, auch nicht nur ein wenig umschreiben.
- Verlinke nur zu deinen relevanten Seiten mit passenden Inhalten. Antworten auf Fragen, die im Gastbeitrag gestellt werden.
- Verwende einen unterschiedlichen Autorensatz – gerne auch Fake-User. Nutze die aber nur auf Domains, die verschiedenste Autoren haben.
- Komme dann hierher zurück und schreibe auch zu anderen Themen, um dem Autor Kraft zu verleihen.
- Für SEO-Agenturen sind solche Domains bares Geld. Du wärst überrascht, wie viele davon einer SEO-Agentur gehören.
- Verlinke auch mal einen Konkurrenten. Ja, das tut weh, vielleicht die weniger Guten.
- Schreibe die Outreach-E-Mail nicht mit deinem Domainnamen (und nicht via oder an Gmail, wie gesagt, ich bin da paranoid).
- Nutze lieber einen Freemail-Anbieter (sollte ein Domaininhaber deine Mail ans Google-Webspamteam weiterleiten, wer ist schon TommyLee@freeemailprovider.xyz).
- Verwende lange natürliche Ankertexte und kein Keywordstuffing oder Ähnliches im Artikel selbst. Er soll indexiert werden, auf Position 1 muss er jetzt nicht landen. Seite 1 wäre cool, aber kein Muss.
- Aus deiner Mail darf auch nicht hervorgehen, dass du für die verlinkenden Seiten arbeitest.
- Ich bin Blogger und (… was auch immer passt …) – wenn natürlicherweise externe Links „Follow“ sind, bist du schon sehr sicher.
- Andernfalls könnte man einbringen: „Sollte man Quellen nicht verlinken?“ Sind ja auch High-Quality und dahin linken wäre gut für SEO.
Fazit: Butter bei die Fische – Dofollow-Gastbeiträge, geht das?
Ich spreche mal aus meiner Erfahrung: Was Linkbuilding angeht, da ist Deutschland eher das Land der unbegrenzten Möglichkeiten als die USA. Vielleicht, weil die Automatismen besser Englisch sprechen?
Welche Strafe erwartet dich, wenn irgendjemand Spamlinks für dich erstellt? Quasi keine, außer dass diese Backlinks entwertet werden. Kann ich das verkraften? Na klar. Ist dann aber auch Arbeit für die Tonne gewesen.
Wenn man dich nicht manuell oder automatisiert als „Betreiber“ oder „Angestellten“ erkennt, wird man dir nichts tun. Andernfalls würden alle SEOs mit Negative-SEO durchstarten, statt diesem Grey- oder Black-Hat-Linkbuilding. Dann würden wir eben der Konkurrenz schaden, um uns voranzubringen. Wäre ohnehin dann leichter.
Vielleicht sind einige dieser Links wirklich umsonst. Aber viele davon werden dir helfen können. So vermute ich das mal einfach.
Ich sag es trotzdem noch einmal deutlich: Das wäre ein Verstoß gegen Google-Richtlinien und seit dem Pinguin-Update habe ich das auch ganz bestimmt nicht mehr gemacht.
Google mag keine Follow-Links in Gastbeiträgen und das schon seit vielen Jahren. Es ist Teil der Richtlinie, diese Links auf Nofollow, UGC oder Sponsored zu stellen.
Warum? Du gibst mir recht, das ist User-Generated-Content, denn du bist der User und nicht der Betreiber. Ich möchte keine Panik machen und erwarte keine Strafen, ich gehe davon aus, dass (wie John sagt) diese Links algorithmisch entwertet werden.
Wer seine Rankings und Gastbeiträge übereinanderlegt, der kann ja sehen, wie erfolgreich oder nicht das eigene Vorgehen ist.
Letzter Hinweis: Wenn du alles dafür tust, dass dein Outreach nicht zurückverfolgbar ist und der Gastbeitrag so gut ist wie ein normaler Beitrag auf der verlinkenden Domain, dann wirkt das erstmal natürlich.
Ist deine Seite, die im Gastbeitrag verlinkt wird, die Lösung zu einem Thema, dann ist oder wirkt das noch organischer.
Letzter Tipp: Verlinke nicht unbedingt immer die Seite, die du im Ranking haben willst. Baue einen guten Blogartikel mit gutem Wissen, Statistiken oder Insights. Verlinke in diesem Artikel primär zu den Seiten, die du im Ranking haben möchtest. Deine Gastbeiträge verlinken den Blogartikel und damit bekommen gleich alle Zielseiten Kraft.
Der Bonus ist: So sollen „organische Backlinks aussehen und entstehen“. Nur eben ohne den Part, dass du sie erstellst. Nur würdest du in unserem kaumverlinkenden deutschem Netz lange auf diese organischen Links warten.
PS: Ich mach das wirklich nicht so, schwör!






