Wie erwähnt hat Google pro Woche so einige Updates. Von den meisten Updates wirst du gar nichts bemerken, aber manche sind schwerwiegend. Die Kernalgorithmus-Updates, von denen Google meint, dass sie auffallen werden, wirst du informiert: hier (Twitter/X) oder hier (Google Blog). Oder du schaust bei mir in der Google-Update-History nach.
In diesem Artikel wirst du erfahren, was du tun kannst und musst, um herauszufinden:
- Ob du von einem Google-Update getroffen wurdest
- Welches Google-Update dich getroffen hat
- Wie du deine Rankings zurückbekommst
- Was du tun musst, um künftig nicht von Google-Updates betroffen zu sein
Google-Update-Recovery
Als Inhouse-SEO-Manager bin ich natürlich auch am regelmäßigen Ranking-Checken. Kommt ein Update, dann habe ich den Gedanken: Was haben die Konkurrenten wohl verloren? Sorgen mache ich mir keine, dass meine Seiten negativ von einem Update betroffen sein könnten. Google-Update-Day ist für mich in der Regel ein Happy-Day!
Natürlich macht Google auch Updates, die sind schlecht für alle Webmaster. Featured-Snippets, KI-Modus oder Domain-Diversity-Update. Sie alle sorgten für weniger Webtraffic. Doch ehrlich gesagt, ohne Google hätten wir ohnehin weniger. Schade ist es dennoch, auch da kann man gegensteuern. Aber hier geht es um den Google-Update-Hit. Also wenn Google deine Webseite abwertet. Was tust du dann?
Vor meiner Inhouse-Zeit und vor der Zeit als Head of SEO in einer SEO-Agentur, war ich spezialisiert auf Google-Update-Recovery. Ich habe anderen Webmastern geholfen, Google-Strafen loszuwerden. Meist Panda- und Penguin-Strafen, aber auch Websites mit Problemen nach Phantom-Updates oder dem Fred-Update.
Wie ich meinen Kunden damals geholfen habe, wird auch dir helfen können, wenn ein Google-Update dich getroffen hat. Ich beginne mit dem normalen Ablauf bis zur Lösung des Problems.
Prüfe: Hast du Google-Rankings und Traffic verloren?
Du stehst auf, nimmst deinen ersten Kaffee und prüfst mit SEMrush oder einem anderen SEO-Tool die Rankings. Statt dein lokales Wetter hast du die letzten Tage „Mozcast“ geprüft und schon lange erwartest du ein Google-Update. Der Report deines Keyword-Tracking-Tools öffnet sich und …
Der Kaffee fällt dir fast aus dem Gesicht, da fällt dir ein, dass Tools manchmal falsch liegen können. Die letzte Hoffnung: Google Analytics!
Um festzustellen, ob du wirklich Probleme bekommen hast, sind Ranktracker nicht unbedingt geeignet. Prüfe deinen organischen Traffic auf Veränderungen!
Ein Blick auf den täglichen organischen Traffic in Google Analytics, ein längerer Zeitraum bis einschließlich heute. Das zeigt dir, ob du im Moment (oder seit gestern) weniger organische Besucher hast als zuvor. Für meine Kunden damals hatte besonders das Pinguin-Update oft solche Resultate hervorgebracht:

Ein Penguin-Update konnte, wie im Bild zu sehen, wirklich verheerend sein. Jetzt hoffe ich, dass es bei dir nicht so dramatisch aussieht. Du erkennst immer Wochenenden und Feiertage im organischen Traffic. Auch Ferien sind klar zu erkennen.
Wenn du plötzlich erheblich weniger organischen Traffic hast, quasi über Nacht und es auch nicht besser wird, dann war es wohl ein Google-Update-Hit.
Google-Update-Hit: Ja oder nein?
Vielleicht hast du nur ein wichtiges Ranking verloren oder einige Featured Snippets. Vielleicht waren deine letzten Maßnahmen kontraproduktiv. Vielleicht hast du auch einen Fehler, der jetzt das Ranking verschlechtert. Der kann schon seit Tagen existieren. Auch ist es möglich, dass über Nacht dein Server ausfiel. Was das Beste für dich wäre, dann kämen die Rankings schnell und von allein zurück. Was auch immer, es gibt Probleme und das bedarf einer Lösung!
Nicht jedes Mal, wenn dein Traffic schwindet, gab es ein Google-Update. Prüfe, wenn du Rankings und Traffic verloren hast, ob es ein Update gab.
Gab es ein Google-Update zum Zeitpunkt des Ranking- und Trafficeinbruchs?
Du musst jetzt den Grund für den Rankingverlust finden, und wenn es nicht ein 100-%-Verlust ist, sondern eher 15 % oder 20 %, dann beginnt jetzt die erste wichtige Arbeit.
Ein Verlust in Google-Rankings und organischem Traffic um 100 % kann nur einen Grund haben: Deine Website wurde deindexiert! Entweder, weil du Indexierung verbietest (99 % der Fälle) oder weil Google dich (manchmal auch manuell) entfernt hat.
Gab es zu dem Zeitpunkt ein Google-Update?
Ein hoher Verlust legt nahe, dass ein Google-Update dich getroffen hat oder du deine Domain versehentlich deindexiert hast. Schau also nach, ob ein Update angekündigt wurde, in diesem Twitter-Account hier zum Beispiel. Oder ob auf Google zu lesen ist, dass es gerade ein Update gibt (hier).
Wenn deine Strafe weiter in der Vergangenheit liegt und du es etwas spät bemerkst, dann schau in meine Google-Update-Historie mit allen Updates von 2000 bis heute.
Wenn kein Update angekündigt wurde, heißt das nicht, dass keines da war. Suche in Ranktrackern nach Änderungen in Suchergebnissen – gab es größere Veränderungen?
Hier im Bild ist der SEMrush-Sensor. Er zeigt dir SERP-Schwankungen an. Je höher die Schwankung, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Update verantwortlich ist. Bei Search Engine Roundtable findest du immer aktuelle Update-Hinweise – wirklich zeitnah (hier). Barry ist immer sehr schnell.

Keine Schwankung? Keine sonstigen Hinweise (wie zum Beispiel das BERT-Update). Manche Updates sind nicht trackbar, da sie primär auf Long-Tail-Keywords zielen, Rank-Tracker aber Fat-Head-Keywords prüfen. Dann prüfe deine letzten SEO-Maßnahmen und Seiten, checke die Website auf allen Geräten. Schaue zusätzlich nach Meldungen in der Google Search Console. Wenn du gar nichts finden kannst, dann wurdest du eventuell ganz einfach überholt? Dann musst du aktualisieren.
Ein Google-Update hat getroffen: Was tun?
Findest du heraus, dass ein Update verantwortlich ist, dann hast du Klarheit. Allerdings nur, dass es ein Update war. Warum, ist noch offen!
Du musst also herausfinden, worauf es bei den Updates ankam. Welche deiner Seiten sind besonders betroffen, welche Seiten der Mitbewerber und Konkurrenten sind betroffen oder haben gewonnen? Die Antworten auf diese Fragen zeigen dir den Weg zur Lösung.
PS: Haben alle verloren und keiner gewonnen (nur Traffic nicht Rankings), dann war es ein Update, das den Nutzer bei Google hält (Zero Click).
Warte zunächst, bis das Update vollständig ausgerollt wurde, und vergleiche anschließend die Daten vor und nach dem Update. Besonders wichtig sind dabei die am stärksten betroffenen Seiten und Suchanfragen.
Wie hart hat es dich erwischt?
Ok, es war ein Update. Core- oder Spam-Update vermutlich. Schlimm genug, aber wie sehr? Manchmal hängen Domains an einem oder zwei Keywords. Generell nicht toll, weil es nur 1 bis 2 Keywords sind, die sich ändern müssen, bis der Traffic weg ist. Trotzdem: Respekt, wenn du für solche Keywords gefunden wirst. Zumindest musst du dann nur an 1 bis 2 Keywords arbeiten, um zurückzufinden.
Kleine Rankingverluste, etwa von Platz 2 auf 4, sind meist kein Grund zur Sorge und erfordern oft keine größeren Änderungen. Bei starken Einbrüchen solltest du dagegen genauer analysieren, ob deine Inhalte wirklich hilfreich, vertrauenswürdig und nutzerorientiert sind. Google empfiehlt, die Website möglichst objektiv zu bewerten und gegebenenfalls auch externe Meinungen einzuholen.
Die meisten Webseiten jedoch haben sehr viele Rankings. Und verlieren dann auch viele? Wenn nicht, ok. Wenn doch:
Gibt es Muster bei den Verlusten?
Hast du primär ein Thema verloren? Vielleicht ein YMYL-Thema? Dann hast du Trust-Issues. Google unterstellt dir zu wenig E-E-A-T und daran musst du arbeiten, um zurück ins Ranking zu gelangen.
Hast du primär ein bestimmtes Template verloren? Also Kategorien, Artikel, Produkte, Seiten? Dann ist es vielleicht ein Template-Problem.
Du denkst, es sind Backlinks, die dir schaden
Wenn du denkst, du denkst, dann … Du kennst das ja. Du hast vielleicht Backlinks aufgebaut und so viel über Linkbuilding gelesen, dass du glaubst: Jetzt wurde das bestraft.
Das ist eine gewagte Annahme. Seit der Penguin Teil des Kern-Algorithmus ist, sind es selten Links, die dir plötzlich schaden. Es ist eher so, dass sie dir gar nicht erst so richtig weiterhelfen (wenn sie nicht gut sind). Dann musst du vielleicht deine Linkbuilding-Strategie überdenken, weil deine Links nichts wert sind, aber sei vorsichtig beim Links entwerten! Wenn du nicht selbst klar Spam-Links aufgebaut hast, würde ich nicht „disavowen„.
Es fühlt sich wie eine Strafe an, wenn der Wert eines Backlinks abgezogen wird, aber nicht der Link ist das Problem, sondern deine Seite, die das Ranking nicht wert ist.
In den meisten Fällen kann Google gut mit schlechten oder Spamlinks umgehen. Disavow (also entwerten) ist eigentlich nicht nötig. Du entwertest sicher Dinge, die noch gut für dich waren. Selten hörst du Webmaster sagen: Ich habe Links entwertet und jetzt ist alles gut.
Wenn Google einen Link entwertet, der vorher für das Ranking als Faktor verwendet wurde, fühlt es sich wie eine Strafe an. Es ist aber keine. Ein wichtiger Faktor ist nur weg. Passiert dir das regelmäßig, dann ist dein Ranking ein Auf und Ab, wie früher beim Panda-Dance. Ähnliches Movement, ganz anderer Grund.
Dann sind nicht die Backlinks das Problem, sondern deine Art, diese Links zu gewinnen! Das Linkbuilding-Tutorial hilft dir vielleicht, bessere Links zu gewinnen. Mit dem Disavow richten die meisten Webmaster mehr Schaden an, als sie Gutes tun. Wenn du wirklich der Meinung bist (ohne Search-Console-Nachricht), dass Backlinks schuld sind – hol dir eine zweite Meinung.
Es ist vielleicht doch dein Inhalt der dir schadet
Google kann gute Inhalte auch dann ranken, wenn schlechte Signale existieren. Auch mit Spamlinks geht Google sehr gut um. Ich würde bei einigen Domains mit dem Entwerten auch kaum hinterherkommen. Seit schlechte Backlinks automatisch entwertet werden, sind diese kaum schuld. Dein Fokus ist vielleicht noch zu linkbasiert. Dabei sollte er doch nutzerbasiert sein! Nicht nur beim Erstellen, auch beim Reagieren auf Updates.
Statt auf schnelle SEO-Tricks zu setzen, solltest du Inhalte sinnvoll verbessern, verständlicher strukturieren und besser auf die Bedürfnisse der Nutzer ausrichten. Das Löschen von Inhalten sollte nur die letzte Option sein. Verbesserungen wirken sich häufig nicht sofort aus – manchmal dauert es Wochen oder sogar Monate, bis Google die Änderungen neu bewertet und sich Rankings wieder verbessern.
Nie wieder Angst vorm Google-Update
Ob vom Update betroffen oder einfach überholt, Google hat entschieden: Du hast nicht die beste Antwort! Stell dir doch mal diese Fragen:
- Bietest du eigene, einzigartige Inhalte mit Mehrwerten aus Analysen und Recherche?
- Bietest du alle Informationen zum Thema – umfangreich und vollständig?
- Bietest du interessante und nicht offensichtliche Informationen?
- Bist du nur eine Kopie von anderen, oder ergänzt du Mehrwerte?
- Titel und Beschreibung sind informativ, beschreibend und optimiert?
- Kannst du die Seite stolz einem Freund empfehlen und unter deinem Namen in sozialen Netzwerken teilen?
- Glaubst du, ein Buch oder Wikipedia würde dich verlinken?
- Würdest du deiner Seite vertrauen?
- Bist du ein Experte auf dem Gebiet, über das du schreibst?
- Ist die Seite mobil optimiert?
Antwortest du hier mit „Nein“, dann hat dein Content Probleme!
Weitere Fragen, die du dir stellen musst:
- Gibt es sachliche Fehler?
- Gibt es Fehler in Rechtschreibung und Grammatik?
- Zu viel der Werbung? (Ich habe noch nicht herausgefunden, ob dieser massive Werbematsch, den AdSense dir automatisch auf die Seiten packt, als problematisch angesehen wird – sollte er, ich teste das gerade.)
Antwortest du hier mit „Ja“, dann hast du wieder ein Content-Problem. Bleibt nur noch die Frage nach dem Grund der Existenz deiner Seite:
Existiert die Seite, weil du den User erreichen möchtest oder die Suchmaschine überzeugen?
Und wenn der User/Nutzer weniger der Grund ist als die Suchmaschine, dann ist das ebenfalls ein großes Problem!
Google sagt immer wieder: Das beste Ergebnis soll oben stehen. Das ist das Ziel. Updates werden immer wieder versuchen, die besten Antworten zu bevorzugen und die schlechteren abzuwerten. Wenn du also eine Website für den User baust, den Fokus von der Maschine nimmst, bist du auf einem guten Weg.
Wenn du die Fragen von oben als Grundlage nimmst, wirst du sehen, dass es keine Phrasen sind, sondern Hilfestellungen. Natürlich gibt es SEO-Basics, an die du dich halten solltest, wie auch andere fortgeschrittene Maßnahmen wie Pagespeed oder anderes technisches SEO. Auch Linkbuilding kann Teil deiner Arbeit sein, aber die Linkbuilding-Grundlagen sind anders als früher!
Fazit:
Umfassende Core-Updates finden in der Regel alle paar Monate statt. Inhalte, auf die sich ein solches Kernupdate auswirkte, werden möglicherweise erst nach den Verbesserungen an der Seite und dem nächsten Kernupdate behoben. Also kannst du manchmal erst nach der Fehlerbehebung und dem nächsten Update ranken!
Das setzt voraus, dass Verbesserungen vorgenommen wurden. Verbesserungen nach der Liste von oben, zum Beispiel!
Verbesserungen durch Websitebesitzer sind keine Garantie für eine Wiederherstellung der Rankings. Es kann durchaus bessere Inhalte geben, diese werden weiterhin dastehen.
Google versteht Inhalte nicht so wie Menschen, stattdessen sucht Google nach Signalen, die helfen, den Inhalt zu verstehen. SEO ist also noch immer notwendig, nur anders als früher. Auch die besten Links helfen dem schlechten Inhalt nicht und umgekehrt genauso.
Mit guter Expertise im Gebiet, plus Fokus auf den User und deinen Inhalt, wird Google dich auf Seite 1 zulassen!






