Dabei spielt keine Rolle, ob du das Kind nun PageRank, Domain Authority, Trust und Popularity nennst oder ob du den verpönten Term „Linkjuice“ verwendest. Im Grunde meinen all diese Begriffe die Linkkraft, also den Google PageRank.
Was ist der Google PageRank (leicht verständlich)?
Der Google PageRank ist ein Wert, der durch ein algorithmisches Verfahren eine Anzahl verlinkter Websites anhand ihrer Struktur bewertet und gewichtet. Dabei wird jedem Element ein Gewicht, der PageRank-Wert, aufgrund seiner Verlinkungsstruktur zugeordnet.
Es zählen hierfür interne Links einer Webseite (primär zur Verteilung der Kraft „PageRank-Sculpting„) als auch externe Links (Backlinks) zur Linkkraftgewinnung.
PageRank-Weitergabe (Vererbung)
Eine Seite kann (oder besser wird) ihren PageRank an alle Seiten weitergeben, auf die sie per Link verweist. Allerdings wird der Wert der weitergegebenen Kraft jedes Links verringert, je mehr andere Links sich noch auf der Seite befinden.
Bedeutet: Hat eine Seite einen PageRank von 4 und hat genau einen Link, dann wird die 4 auch weitergegeben. Besitzt die Seite jedoch 2 Links, so bekommt jeder Link auch nur noch 50 % der Kraft (also 2 im Beispiel). Bei 3 Links wären es nur noch 33,3 % und so weiter.
Treffen oder vereinen mehrere Links ihre Kraft auf einer Seite, so summiert sich der PageRank auf der Zielseite, auf der die Links eingehen. Die folgende Grafik wird es leicht verständlich erklären.

Den PageRank selbst kennen wir als einen Wert von 0 bis 10. Das ist nicht wirklich so. Es ist ein Dezimalwert zwischen 0 und 1, mehr dazu weiter unten. Für dieses Beispiel ist wichtig: Hast du Backlinks von Webseiten mit einem PageRank von 0, dann sind sie für dich erstmal ziemlich wertlos. Genauso viel (oder wenig) wie ein Nofollow-Link von irgendwoanders. Kein Faktor für dein Ranking – erstmal.
Ein Backlink von einer Webseite mit einem PageRank von 4 (PR4) würde dich auf PR4 heben, wenn du der einzige Link wärst. Aber: Der PageRank wird auf alle Links verteilt. Interne wie Externe.
Mit der Technik PageRank-Sculpting wird versucht, den PageRank gezielt zu steuern. Sei es durch eine sehr gut optimierte Website-Struktur oder durch gezielte interne Verlinkung.
Was natürlich funktioniert, wenn man PageRank-Sculpting solche Dinge erledigt:
- Unwichtige Seiten nur da verlinken, wo es nötig ist.
- Wichtige Seiten an passenden Stellen oft verlinken.
Nicht funktionieren würde es, wenn man unwichtige Links auf „Nofollow“ setzt. Denn die Linkkraft würdest du einfach verschenken. Generell ist von internen Nofollow-Links abzuraten! Ein Nofollow-Link spart nicht den PageRank für andere Links auf. Das Nofollow wirft den Teil also einfach weg.

Was macht der PageRank-Algorithmus eigentlich?
Der PageRank-Algorithmus bezeichnet das Verfahren, das eine Bewertung von Webseiten auf eben der Basis ihrer eingehenden Verlinkungen ermöglicht und den Wert des PageRanks bestimmt.
Die Bezeichnung PageRank stammt ursprünglich von Larry Page, der zusammen mit Sergei Brin nicht nur Google gründete, sondern auch diesen Algorithmus an der Stanford University entwickelte. Im Jahre 1997 wurde der PageRank-Algorithmus patentiert.
Das ist der PageRank-Algorithmus.
Der PageRank einer Seite wird rekursiv (bis zu bekannten Werten zurückgehend) wie folgt berechnet:
PR(A) = (1-d) + d (PR(T1)/C(T1) + ... + PR(Tn)/C(Tn)) PR(A) ist der PageRank der Seite A. PR(Ti) bis PR(Tn) ist der PageRank der auf A verlinkenden Seiten Ti bis Tn. C(Ti) bis C(Tn) ist die Anzahl der Links auf der jeweiligen Seite Ti bis Tn.
Das d ist ein Dämpfungsfaktor zwischen 0 und 1. Die Linkverfolgung wird nach dem Random-Surfer-Modell nicht unendlich fortgesetzt. Das wird durch den Dämpfungsfaktor in der PageRank-Formel bewirkt. Mehrmals pro Jahr wird der Algorithmus durch ein Google-PageRank-Update auf den neuesten Stand gebracht.
Der Dämpfungsfaktor und der zufällige Surfer
Nach Annahme von Google repräsentiert der PageRank die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Surfer (Benutzer, nicht der Mann oder die Frau auf dem Surfbrett) im Internet zufällig beim Klicken von Links auf einer Seite landet.
Da allerdings davon auszugehen ist, dass der Surfer nicht unendlich oft klickt, wurde in die Formel noch dieser Dämpfungsfaktor einbezogen.
Der wirkliche PageRank einer Seite wird übrigens als ein Wahrscheinlichkeitswert zwischen 0 und 1 ermittelt. Als Ergebnis erhältst du kleine Dezimalbrüche, die den eigentlichen PageRank einer Seite ergeben.
BSP: Eine Seite mit dem PageRank-Wert von 0,01 hätte nach dem Random-Surfer-Model also die Wahrscheinlichkeit von einem Prozent, dass ein Benutzer genau dort landet, wenn er einen zufälligen Link anklickt.
Der PageRank wird aktualisiert, das bedeutet für dich
Du erinnerst dich an den PageRank-0-Backlink aus dem Beispiel von oben? Bekommt diese Seite Linkkraft, dann wirst auch du davon profitieren. Der PageRank ist nicht statisch und er wird nicht live aktualisiert. Ein bisschen ist der PageRank also wie der SCHUFA-Score deiner Domain. Deine Domain-Bonität, wenn du so willst. (Sorry, ich bin SEO bei bonify, bei uns geht es um Bonitätsscores.)
Die Berechnung des PageRanks – für dich von Hand
Um die Berechnung des PageRanks zu ermöglichen, veröffentlichte Bob Wakfer eine PageRank-Kalkulationstabelle. Die exakte Berechnungsweise des PageRanks durch Google ist nicht bekannt, doch wird die PageRank-Kalkulationstabelle in der SEO-Branche anerkannt, da sie in den meisten Fällen zutreffend war. Diese PageRank-Kalkulationstabellen klärten diese Frage:
„Wie viele Links mit PR x benötigt werden, um einen PR y zu erreichen?„
Sollte ein PageRank von 6 erreicht werden, wären hierfür drei Backlinks mit PR 7 erforderlich (Du siehst, die Darstellung oben im Bild war stark vereinfacht). Willst du diesen PageRank mit PR-6-Backlinks erreichen, so sind 18 Stück vonnöten.
Grundsätzlich ist es so, dass ein bestimmter PageRank mit einem einzigen Link einer anderen Website erreicht werden kann. Dazu muss der PageRank der verlinkenden Seite zwei Punkte höher liegen als der Wert, den du erreichen wolltest. Du bekommst also einen PageRank von 2 mit einem PR-4-Backlink oder einen PageRank von 6 mit einem PR-8-Link.
Die Berechnung des PageRank ist ein hochkomplexer Vorgang, der nicht in einer simplen Tabelle dargestellt werden kann. Egal ob in der SEO-Branche anerkannt oder nicht. Bedenke: Eine Seite hat viele ausgehende Links, manche Follow, manche Nofollow. Viele weitere Faktoren und Umstände. PageRank ändert sich, aber du siehst das nicht sofort – oder hast es nicht sofort gesehen. Apropos PageRank ansehen.
Wie kann ich meinen Google PageRank sehen?
Früher gab es die Möglichkeit, den PageRank auf einer Webseite mit Hilfe eines grünen Balkens anzuzeigen.

Zum Beispiel durch diese Toolbar – die Google-PageRank-Toolbar wurde 2016 offiziell eingestellt. Dabei war die Browsererweiterung bei jedem SEO installiert. Sie zeigte den PageRank einer besuchten Seite auf einer Skala von 0 bis 10 und dem „n.v.“, wenn die Seite noch keinen hatte. Denn angezeigt wurde der Wert aus dem letzten PageRank-Update.
Heißt das, es gibt den Google PageRank nicht mehr
Nein, den PageRank gibt es schon. Er ist noch immer der wichtigste Faktor (ja, da leg ich mich mit 20 Jahren SEO-Erfahrung fest) für ein gutes Google-Ranking. Was nun anders ist: Google zeigt den PageRank nicht mehr, keine Sichtbarkeit für die Öffentlichkeit. Es mussten Alternativen her, die gab es schon lange.
Welche PageRank-Alternativen kann ich mir anzeigen lassen
Wenn es den Google PageRank nicht gibt, dann muss eine Alternative den Wert liefern. Es gab schon immer und gibt auch heute SEO-Tools, die einen eigenen Wert berechnen. Schließlich ist der Wert ein wichtiger Faktor! Am bekanntesten ist der MOZRank.
MOZ unterteilt in Page-Authority (PA) und Domain-Authority (DA). Ansehen kannst du ihn mit der kostenlosen MOZ-Toolbar, die noch vieles mehr kann.
Die Domain-Authority (DA) von MOZ ist so bekannt, dass sie von manchen als „echter Google-Rankingfaktor“ verstanden wird. Was der Wert nicht ist! Trotzdem ist das Thema DA = Rankingfaktor mittlerweile ein Running-SEO-Gag in der Szene.
Alternativen sind:
- MozRank (PA / DA)
- Majestics (Trustflow / CitationFlow)
- SemRush (Authority Score)
- Sistrix SI-Domainwert
- AHrefs Rank (UR / DR)
und viele mehr sind auf dem Markt. Theoretisch könntest du mit Tabellen und Datenbanken deine eigene Alternative basteln Wenn die Domain klein genug ist, mag das noch gehen, wenn du Backlinkchecker und viel Zeit hast.
All diese Alternativen zeigen Werte, die dem PageRank ähnlich sind. Oder dem, was wir darunter verstanden haben. Du kannst diese Werte verwenden, um deinen „PageRank anzeigen zu lassen“ oder wie die Alternative ihn nennt. Und deinen Wert mit dem der Konkurrenten vergleichen, ihn zur Analyse von potenziell Linkenden verwenden usw.
Wenn jedes SEO-Tool einen Wert dafür hat, auch heute noch, dann muss der Wert wichtig sein. So ist es auch. Das kann man nicht wegdiskutieren, ohne Backlinks funktionieren die modernen Suchmaschinen nicht.
Was ist die Google-Matrix?
Die Google-Matrix ist eine quadratische Matrix, die bei der Konstruktion des PageRanks entsteht. Sie sind oftmals sehr groß (mit vielen Millionen Zeilen und Spalten). Daher sind die numerischen und algebraischen Eigenschaften dieser Matrix für die schnelle und exakte Bestimmbarkeit der Werte von großer Bedeutung.
Wenn du dich wirklich dafür interessierst, dann schau mal hier bei Wiki und bei Sanford das hier „The Second Eigenvalue of the Google Matrix“ an.
Kritik am PageRank
Da der PageRank-Algorithmus auf der Verlinkung basiert, wird der Inhalt (der für den Nutzer ein deutlich wichtigeres Kriterium ist) total vernachlässigt. Daher hat Google auch deutlich mehr Rankingfaktoren. So sprach Google im Jahr 2002 offiziell von über 200 Faktoren. Diese konnte man noch gut aufsplitten. Geh doch gerne von 1000 Schrauben aus, an denen du noch stellen kannst.
Zudem war es lange Zeit möglich, Backlinks zu erkaufen oder easy zu erstellen, mit nur einem Ziel: bessere Rankings bei Google. So habe ich 2009 bestimmt 200 Backlinks für eine Domain (verschiedene Unterseiten) erstellt, die keinerlei Mehrwert hatten, das Ranking also klar manipuliert haben.
Das hat zum einen zum Google-Penguin-Update geführt, zum anderen dazu, dass Google den PageRank einer Webseite nicht mehr öffentlich angibt. Für die interne Bewertung von Webseiten hat der Wert für Google nach wie vor Bedeutung!
Google ohne PageRank
Google sagt zwar oft, ein gutes Ranking ohne Links sei möglich, jedoch nicht, dass es einfach sei. Studien zeigen das Gegenteil. Wenn 99% aller Ergebnisse auf Seite 1 bei Google einen Backlink haben, dann ist Ranking ohne Links eher unwahrscheinlich.
Auch Tests, auf Links zu verzichten – zum Beispiel von Yandex – wurden schnell eingestellt. Suchergebnisse ohne Backlinks sind leichter zu manipulieren. Der PageRank ist der Grund, warum wir alle zu Google gelaufen sind. Warum sollte Google das jetzt abschaffen? Ohne jede Not.
Der PageRank ist also der Unterschied zwischen linkbasierten Suchmaschinen und denen, die wir nicht verwenden. Der Game-Changer und Differencemaker im Search-Business.
Google macht PageRank jetzt anders
Es ist nicht mehr nur ein Do-Follow-Links-Zählen und -Addieren. Links werden bewertet und notfalls direkt entwertet. Dofollow-Kommentarlinks werden direkt NoFollow-Links. Links mit dem UTM-Parameter „Campaign“ sind eine klare Aussage für „bezahlt“ und damit NoFollow.
Google erkennt Linkpattern und erkennt so Spamlinks. Früher hat das alle Monate mal das Pinguin-Update übernommen, heute ist das Teil des Kernalgorithmus und passiert stets und ständig.
Trotzdem kommen mir manche „Kernalgorithmus-Updates“ so vor wie früher das neue „PageRank-Update“. Vielleicht ist das gar nicht so falsch.
Wie kann man den PageRank verbessern
Das Verbessern des Google PageRanks ist, wie du dir denken kannst, nur durch das Gewinnen von Follow-Backlinks möglich. Möglichst von starken Seiten.
Follow: Ein Follow-Backlink (oder DoFollow genannt) vererbt die Linkkraft, also den PageRank Ein Nofollow-Backlink hingegen vererbt die Linkkraft nicht.
<a href="abc.xyz">Follow Backlink vererbt Linkkraft</a>
<a href="abc.xyz" rel="nofollow">NoFollow Backlink vererbt keine Linkkraft</a>
Websites verbessern heute
Früher hieß es also: Website verbessern ist gleich PageRank verbessern ist gleich Linkaufbau. Heute ist das etwas anders. Sicher hätte ich den Job an den Nagel gehängt, wäre es immer noch ein dumpfes „Backlinks aufbauen“.
Die Veröffentlichung von PageRank-Werten hatte für lange Zeit dazu geführt, dass Webmaster und besonders SEOs sich nur noch auf diesen Wert fokussierten. Das schnelle Ranking-Money.
Heute ist es für SEOs und Webmaster wichtiger, sich auf hochwertige Inhalte und technisch einwandfreie, schnelle und mobil optimierte Webseiten zu konzentrieren. Backlinks kommen aber tatsächlich nicht von selbst, nur weil der Inhalt hochwertig ist, erreichbar und Mehrwerte bietet. Das ist ein „SEO-Flywheel“-Traum, der so nicht passiert.
Du brauchst noch immer eine Linkbuilding-Strategie und dann Linkaufbau. Erst ein paar Links, dann mehr. Hier findest du mein Linkbuilding-Tutorial, das dich dabei unterstützen kann.
Übrigens: Google ist aktuell wirklich sehr gut dazu in der Lage, schlechte und Spamlinks zu erkennen und von selbst zu entwerten. Die schlechten ins Google-Disavow, die guten ins Ranking. Wie von selbst und automatisch. Mein Tipp: Nutze das Disavow-Tool nicht selbst.






