Unique Content ohne Value? Kein SEO-Faktor!

Veröffentlicht am: Oktober 30, 2020
Von: Andreas Becker (intenSEO)
Unique Content ist immer wieder zu hören, wenn es um Google-Rankings geht. Aber eines ist klar: Unique Content bringt deine Seite nicht nach vorn. Hier geht es um Unique Content und warum einzigartiger Text dir nicht ein Stück beim Ranking hilft.
unique content
Seiteninhalt

     

    Was ist Unique Content?

    Unique Content bedeutet einzigartiger Inhalt. Oder auch: Den Text, den du verwendest, hat Google so noch nicht gesehen. Dann gilt dein Content (Inhalt) als unique (einzigartig). Nicht mehr und nicht weniger.

    Im Gegensatz dazu stünde Duplicate Content, also doppelter Inhalt. Das wäre ein Inhalt, den Google exakt so schon gesehen hat. Mindestens einmal.

    Duplicate Content – das Gegenteil von Unique Content? 

    Duplicate Content heißt doppelter Inhalt (oder mehrfacher Inhalt) und genau das ist es. Wenn ein Text auf einer deiner Webseiten noch auf mindestens einer anderen Webseite im Internet zu finden ist, dann handelt es sich um Duplicate Content.

    Dabei ist egal, ob der Content auf deiner Seite ein zweites Mal auftaucht oder auf einer anderen Domain. Der Content existiert mehr als einmal, so ist es Duplicate Content.

    Ist es zu 100 % der gleiche Inhalt, so ist es auch wirklich doppelter Inhalt. Sind nur Teile (z.B. 60 %) identisch, so spricht man von „Near Duplicates„.

    Duplicate-Content (Doppelter Inhalt)

    Wie entsteht Duplicate Content?

    Du magst denken, jemand kopiert dich oder du kopierst, das ist doppelter Inhalt. Ja, auch, aber das ist nicht der häufigste Grund. Viel häufiger ist interner Duplicate Content, zum Beispiel bei Shops oder in Blogs.

    Nimm an, dein Shop verkauft Fahrräder, das gleiche Fahrrad in Grün, Gelb, Blau und Rot. Einmal mit 24 und einmal mit 28 Gängen. Da entsteht schnell doppelter Inhalt, in dem Fall der gleiche Inhalt (mit Farb- und Gang-Variation), also achtmal.

    Ein Blog könnte versehentlich eine Seite unter verschiedenen URLs aufrufbar machen. Schon aufgrund fehlender Einstellungen kann eine Seite einmal mit und einmal ohne Slash am Ende aufrufbar sein (trailing slash).

    Auch könnte deine Webseite mit https und http aufgerufen werden, oder mit www und ohne www. An sich kein Problem, denn für jede Art des Duplicate-Content gibt es eine Lösung.

    Das Canonical-Tag ist die eine Lösung, es sagt: Ich bin doppelter Inhalt, das Original ist unter einer anderen URL zu finden. Das wäre zum Beispiel die Lösung für deinen Shop.

    Eine Weiterleitung (Redirect) ist eine weitere Lösung. Zum Beispiel beim Trailing-Slash oder der Non-www-zu-www-Problematik. Der Redirect stellt sicher, dass nur ein Weg erreichbar ist. Der andere wird zum Original weitergeleitet.

    Auch Internationalisierung kann ein Problem sein. Falsche Verwendung von hreflang kann bedeuten, dass der Inhalt für Deutschland und Österreich Duplicate Content ist.

    Hingegen sind Quotes, Blockquotes oder Cites – also Zitate von anderen auf deiner Seite – kein Problem. Es wäre auch maximal ein Nearby-Duplicate und das ist nicht schon bei 0,9 % ein Problem. Suchanfragen nach „Henry Ford Zitate“ könnte Google sonst ja auch nicht akkurat beantworten.

    Warum Duplicate Content ein SEO-Problem ist

    Immer wenn jemand nach Suchbegriffen aus deinem Content sucht, kennt der Googlebot mehr als eine Antwort von dir. Welche soll er zeigen?

    googlebot-confused
    Googlebot ist verwirrt (Quelle: Moz.com – Ho To solve Keyword Cannibalization)

    Du verlierst die Chance darauf, gefunden zu werden. Diese Verwirrung des Googlebots hat einen Namen: Keyword-Kannibalisierung.

    Bei kopierten Seiten ist es einfacher. Denn hier rankt das für Google vertrauensvollste Original, das nicht immer das echte Original sein muss. Stell dir vor, das Google selbst ein Canonical setzt, dahin, wo der Bot glaubt, dass dort das Original zu finden ist.

    Was du eigentlich möchtest

    Was du möchtest, ist Unique Content, also einzigartiger Inhalt. Das ist die Grundvoraussetzung, um bei Google gefunden zu werden. Jedoch heißt das nicht, dass Unique Content auch gut gefunden wird. Es gibt mehr als 10 gute und einzigartige Seiten zu einem Suchbegriff. Daher zählt eben auch Unique Value, also ein einzigartiger Mehrwert. Dein Unique Selling Point (USP), wenn du so willst.

    Ist Unique Content dann ein Rankingfaktor?

    Nein, ein Rankingfaktor ist Unique Content nicht. Es ist mehr eine Voraussetzung, um nicht bestraft oder aus den Suchergebnissen gefiltert zu werden.

    Lesetipp:  Keyworddichte: Gibts die perfekte Keyword-Density oder ist das ein Mythos?

    Von Unique Content spricht man seit dem Panda-Update, denn es bestrafte Webseiten mit Onsite-Spam und kopierten oder generierten Inhalten. Mit dem Panda ist kopierter Inhalt nicht mehr rankfähig. Das Panda-Update ist seit einigen Jahren Teil des Kernalgorithmus von Google. Damit ist Unique Content kein Rankingfaktor, sondern eine Voraussetzung. Etwa genauso simpel und elementar wie eine Website zu haben, um bei Google gefunden werden zu können.

    Aber dann ist es ja doch ein Faktor? Nein! Denn eine Website mit Basic-OnPage-Optimierung und guter Geschwindigkeit wird nicht besser gefunden, wenn man den Inhalt noch „einzigartiger“ macht oder erweitert. Unique Content allein (auch mit Basisoptimierung) ist nichts, was die anderen nicht ohnehin haben. Ein Fahrrad mit Rückspiegeln und Kordeln am Lenkrad ist immer noch ein Fahrrad. Auch wenn es mittelblau-hellbunt lackiert wird. Es bleibt ein Fahrrad und dein Content bleibt eben Content.

    Für Google gibt es keinen Grund, deinen Content besser zu ranken, wenn er inhaltlich bereits existiert, nur anders. Anders ist halt nicht besser.

     

    Beweis: Unique Content ist kein Rankingfaktor

    Ich bringe mal ein paar Beispiele, die den Unterschied klarer machen werden. Nehmen wir zum Beispiel ein SSL-Zertifikat. Nach Semrush oder auch Mozcast verwenden über 92 % aller Websites, die bei Google auf Seite 1 stehen, HTTPS Demnach haben auch knappe 8 % kein SSL-Zertifikat. Es ist ein Rankingfaktor, du kannst es haben und dein Ranking wird besser, du brauchst es allerdings nicht, um gefunden zu werden.

    Oder praxisnäher: Du kennst diese eine Seite, die total langsame Ladezeiten hat und trotzdem vor dir in den Google-SERPs steht? Jeder kennt solche Seiten. Google hat den Rankingfaktor „Pagespeed“ offiziell bestätigt. Warum also ist diese langsame Seite vor deiner, mit einem Pagespeed von 99? Ganz einfach, es ist ein Faktor, aber nicht notwendig!

    Das waren nun Beispiele für Rankingfaktoren, jetzt dazu, dass Unique Content keiner ist. Früher hat man seinen Content mal von hier und mal von dort zusammenkopiert. Etwas Wikipedia, ein wenig Konkurrenz oder etwas aus Blogs. Veröffentlichen und irgendwo bei Google auftauchen, Backlinks aufbauen und gefunden werden.

    Und heute? Viel Spaß bei der Suche nach solchen Seiten, du wirst keine finden und dir fällt grad auch keine ein. War früher notwendiger Content auf einer Seite zu haben, ist heute Unique Content nötig. Ohne – keine Chance. Es ist ein Must-have, kein Faktor, der mehr oder weniger wichtig ist.

     

    Warum genügt einzigartiger Inhalt nicht mehr?

    Mit den Google-Rankings ist es wie beim Spitzensport. Vorne stehen die Besten. Nehmen wir den Content als Messlatte (wie beim Hochsprung), dann ist es gar keine Hürde, überhaupt Content zu haben. Über die Höhe springt noch jeder. Auch Unique Content ist keine unerreichbar hohe Messlatte. Da kommen auch absolute Anfänger und Amateure noch drüber. Du brauchst mehr, um auf Seite 1 bei Google zu kommen. 

    Wann wird mein Content gefunden? Du brauchst Unique Value mal 10!

    Du musst, um in der Bildsprache zu bleiben, die Latte höher legen. Da Unique Content leicht zu erreichen ist, musst du den Content um Mehrwerte erweitern. Eine Prise Unique Value macht aber keinen Gewinner, es braucht mehr.

    Du siehst dir die ersten Ergebnisse an und wenn du X-mal besser sein kannst, dann leg los. Rand Fishkin nennt das 10x-Content, also sei 10 Mal besser als der Beste. Wenn du das nicht erreichen kannst, sind deine Chancen gleich null. Es gibt dann für dich keine Existenzberechtigung.

    Beispiele für den von Rand Fishkin propagierten 10x-Content mit Value findest du auf seiner Website hier.

    Was ist Unique Value und wie bekomme ich Value?

    Unique Value ist einfach nur der einzigartige Mehrwert, den dein Content hat. Idealerweise kannst du etwas sagen, das noch kein anderer konnte UND was er nicht auch erreichen/kopieren kann. Am besten können das deine Konkurrenten nicht einmal erreichen, aber auf keinen Fall überbieten. Jetzt sagt sich das so leicht, doch was sind denn Mehrwerte, die man so erreichen kann?

    Lesetipp:  Alt-Attribut: SEO-Relikt oder Rankingfaktor

    Das sind Mehrwerte, die du zum Content hinzufügen kannst.

    Oftmals sind Fragen nicht richtig oder unvollständig beantwortet, deine Insights könnten ein Mehrwert sein. Die wären natürlich für jeden adaptierbar und der Faktor wäre klein. Natürlich kann man auch Ladezeit als Mehrwert sehen, aber nur dann, wenn alle langsam sind. Ist also an sich nicht wahrscheinlich. Daten von verschiedenen Quellen zusammenzutragen, ist ähnlich.

    Andere Medien ins Spiel bringen, wie etwa Video, Audio, Podcast, Infografik, das alles erfordert schon mehr Einsatz. Am besten funktioniert natürlich eigenes Know-how, gut präsentiert, und nur du bist in der Lage, dieses Know-how zu liefern. Der Mehrwert wäre (ohne Link zu dir, notfalls würde Mentions-Linkbuilding helfen) nicht kopierbar und dieser Link würde wieder dich stärken.

    Und wie macht das nun ein KMU, ein Maler oder Bäcker?

    Butter bei die Fische, in der Regel gar nicht. Denn die benötigen eine ganz andere Form der Suchmaschinenoptimierung, nämlich Local SEO. Natürlich gibt es KMUs, die durchaus auch richtig SEO betreiben und diese Mehrwerte generieren (und meist aufgrund von Daten auch gut in ihrer Nische können), aber in den meisten Fällen sind SEO-Basics und Local-SEO primär nötig.

    Warum guter, einzigartiger Content keinen SEO-Wert hat (Video)

     

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    Über mich und intenSEO:
    Die Webseite intenSEO kann dir dabei helfen, SEO zu lernen. Ich bin Profi-SEO seit fast 20 Jahren. Außerdem Search-Nerd, Gamer und Programmierer.

    Diese Domain ist in erster Linie ein Testprojekt. Ich fahre hier diverse Tests und überprüfe Theorien. Der Inhalt aus dem Jahr 2026 ist jedoch aktuell und richtig. Du kannst also etwas mitnehmen und lernen. Jedoch kannst du meine Dienste nicht in Anspruch nehmen, ich biete keine SEO-Dienstleistungen für Dritte an.

    Ich bin ein SEO aus Brandenburg und war lange Head of SEO in der nerdigsten SEO-Agentur Berlins. Mittlerweile arbeite ich wieder InHouse und "mache" SEO und Conversion-Rate-Optimierung bei bonify – der Forteil GmbH.