Mehrsprachige Websites, SEO und hreflang

Heute geht es um mehrsprachige Webseiten und die dazugehörige SEO mit dem hreflang-tag und Canonical.  Nicht jede Webseite, die mehrere Sprachen enthält, kann Google die Ausrichtung klar machen. Erfahre wie Mehrsprachigkeit auch für Google funktioniert und wie du das z.B. auch mit WordPress umsetzen kannst.

Mehrsprachige Websites, SEO und hreflang

Google warnt hin und wieder die Webmaster vor Fehlern mit der Mehrsprachigkeit. Mehrsprachige Websites trifft man doch überall, oft ist die Umsetzung aus SEO Sicht schlicht falsch. Besonders gefährlich wird es dann, wenn sich der Inhalt nur marginal unterscheidet. Bei Onlineshops zum Beispiel ändert sich oft nur der Preis oder die Währung. Denkt an Deutschland, Österreich und die Schweiz. Denkt an Australien, Groß-Britannien und die USA. Duplicate Content ist eine Gefahr (die man mit dem Canonical löst), den falschen Inhalt für Personen zu zeigen eine andere. Was wenn ein Bürger Londons auf einmal in US-Dollar bezahlen soll? Dann ist die Mehrsprachigkeit für Google ganz und gar nicht klar gewesen.

Google die Mehrsprachigkeit und die Länderversion mitteilen

Google zu sagen, dass meine Website in mehreren Sprachen und für mehrere Länder existiert ist eigentlich nicht schwer. Dafür gibt es ein Mark-Up oder Meta-Tag: rel=“alterrnate“ hreflang=“xyz“ als Linkattribut. Was jetzt schon kompliziert ist, dass ist in Wirklichkeit nicht so schwer!

Mehrsprachige Websites mit hreflang-tag

Das hreflang-tag gehört in den Headbereich einer Webseite. Wirklich nur hierher – in den HTML-Header – auch wenn die Tatsache, dass es ein Linkattribut ist, etwas anderes vermuten lässt.

Jede Unterseite benötigt ein eigenes hreflang-tag. Jedes zeigt auf eine entsprechende Unterseite, nicht auf die Startseite.

Jede Unterseite benötigt dieses Tag, für jede alternative Sprachversion!

 

So sieht ein hreflang-tag (z.B. für eine Startseite) aus:

<link rel="alternate" hreflang="en-US" href="http://www.domain.de/us/" />

Hier sage ich also: Es existiert eine alternative Version, in englischer Sprache für die USA. Diese Version liegt unter dem Verzeichnis US.

 

So sieht ein hreflang-tag (für eine Unterseite) mit 3 weiteren Sprachen aus:

<link rel="alternate" hreflang="en-GB" href="http://www.domain.de/gb/page1.html/" />
<link rel="alternate" hreflang="en-US" href="http://www.domain.de/us/page1.html/" />
<link rel="alternate" hreflang="ru-RU" href="http://ru.domain.de/1.html/" />

In diesem Beispiel habe ich eine englische Version für Groß-Britannien unter dem Verzeichnis gb. Eine weitere englische Version, allerdings für die USA, unter dem Verzeichnis us. Es existiert auch eine russische Variante. Diese liegt auf der Subdomain ru und nicht in einem Verzeichnis.

Unterstützte Sprachwerte:

Der Wert des hreflang-Attributes legt die Sprache einer alternativ-URL im Format ISO 639-1 fest. Optional kann (und muss man manchmal) auch die Region festlegen, im Format ISO 3166-1 Alpha 2.

Warum man die Region angeben sollte, habe ich bereits erwähnt. Manche sprachen werden in verschiedenen Regionen gesprochen. Nicht nur deutsch und englisch, auch niederländisch oder französisch zum Beispiel.

Häufige Fehler bei Mehrsprachigkeit und hreflang:

  • Wenn eine Seite in einem hreflang-Attribut eine alternative URL aufzeigt, dann muss diese alternative URL das mit einem zurückführendem hreflang-tag bestätigen. Das ist oft nicht der Fall.
  • Die Sprach- und Regioncodes sollten stimmen (ISO 639-1 / ISO 3166-1 Alpha 2), auch hier erlebt man freie (und falsche) Interpretationen.

 


Mehrsprachige Websites mit WordPress

Für WordPress gibt es viele Mehrsprachige Lösungen. In der Regel wird ein Plugin Installiert und ein bisschen eingestellt. Schnell hat man das falsche Plugin verwendet, keiner (außer Google) sieht die Fehler. Ein WordPress Plugin, dass die Mehrsprachigkeit schon immer perfekt umsetzt ist das WPML-Plugin (WordPressMultiLanguage). Ich rate deshalb zu WPML, wenn Ihr WordPress verwendet und mehrere Sprachen anbieten wollt.

  • Alles was oben steht, wird umgesetzt
  • Volle Kontrolle darüber, wie URLs aussehen.
  • SEO-Meta-Daten Übersetzungen ist möglich.
  • Die Übersetzungen sind miteinander verlinkt (nicht alles muss übersetzt werden).
  • Sitemaps enthalten die korrekten Seiten und bestehen die Google Webmasters-Validierung.
  • Weiterleitungen auf die korrekte Sprache sind möglich
  • Sprachwahl anhand des Flaggen-Symbols
  • Voll kompatibel zu SEO-Plugins für WordPress

Häufige Fehler durch Mehrsprachen-Plugins (z.B. bei WordPress):

Oder, warum ihr nicht irgendwelche WordPress-Sprachplugins verwenden solltet! Ich bin schon auf viele Mehrsprachigkeit-Plugins gestoßen, besonders für WordPress. Dabei gab es die gemeinsten Fehler:

  • Das hreflang-Attribut existierte nur auf der Startseite.
  • Das hreflang-Attribut zeigte immer auf die Startseite.
  • Es wurden manche Sprachen einfach vergessen.
  • Für manche Sprachen stimmte der Sprachcode nicht.
  • Das hreflang-Attribut wurde überhaupt nicht verwendet.

Mein „schönstes“ blendete per Klick eine Sprache ein und eine andere aus. Die URL war die gleiche, natürlich war auch jede Sprache auf der gleichen Seite zu lesen. Nur eben versteckt!


Mehrsprachigkeit – Welche Top-Level-Domain (Domainendung)

Mehrsprachige Websites - SEO mit hreflang Die Wahl der Top-Level-Domain (TLD) spielt ebenfalls eine Rolle. Eine .de TLD ist für Deutschland natürlich die Nummer 1. Aber in UK? Da hat diese TLD keine Rankingchance. Es gibt zwei Versionen, die abhängig von Eurem Modell, die richtige Lösung ist.

  • Eine .com TLD mit einzelnen Verzeichnissen für die Sprache
  • Eine jeweils dem Landzugehörige TLD (.de .at .ch usw.)
  • Beides hat Vor- und Nachteile. Technisch, Rechtlich und auch aus SEO Sicht. Die .com Variante verteilt Linkraft sehr gut an alle Sprachen, die Länder-TLDs haben einen Bonus im Ranking. Wenn ihr eine dieser beiden Versionen verwendet, dann seit ihr auf dem richtigen Weg. Ein ändern von .com auf Länder-TLD oder umgekehrt ist den Aufwand nicht Wert. Solltet ihr aber Verzeichnisse auf einer .de Domain verwenden (.de/en/), dann solltet ihr Wissen: Das bedient nur englische Anfragen aus Deutschland, keine englische Anfrage aus den USA oder GB. Weil die .de Domain in den USA nicht ranken wird. Wollt ihr das doch, dann müsstet Ihr die Strategie wechseln.

    Und wenn ihr nicht gerade eine perfekte Linkstruktur besitzt, dann solltet ihr es Euch nicht leisten, Subdomains zu verwenden. Geht auf Verzeichnisse. Welche der beiden Versionen für Euch die richtige ist? Bedenkt die Wartung und den Aufwand – welche Version ist besser? Bei Shops ist es auch aus rechtlichen Problemen oft die Länder-TLD Variante. Bei Blogs und Newsportalen (wegen des geringeren Aufwands und der Backlinks) die .com Variante mit Verzeichnissen.

    Prüft Eure Mehrsprachigkeit!
    Und wenn es sein muss, per Hand! Ihr werdet bei Fehlern aber auch in der Google Search Console (aka Webmaster Tools) informiert. Also meldet Eure Webseite dort an – wirklich – da gibt es noch viel mehr Hinweise von Google!

    Google: Erweitere deine Webseite um mehrere Sprachen

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