Wichtig ist: Nicht immer entstehen doppelte Inhalte oder Kannibalisierung nach SEO-Fehlern. Manchmal passiert Cannibalization automatisch. Hier erfährst du jetzt, was das ist, wann und warum es schädlich ist und wie du sie loswirst.
Was ist Keyword-Kannibalisierung?
Keyword-Kannibalisierung (Keyword Cannibalization) entsteht immer dann, wenn du mehr als eine Seite hast, die auf ein Keyword optimiert ist. Dann weiß die Suchmaschine nicht mehr, welche Seite denn eigentlich ins Ranking soll. So wirst du zu deiner eigenen Konkurrenz!
Von Keyword-Kannibalisierung spricht man also immer dann, wenn du mehr als eine Seite deiner Domain auf das gleiche Keyword optimiert hast.
Keyword-Kannibalismus entsteht oft durch eigene Hand, aber auch durch Tücken im Shopsystem und falsche Reaktion darauf. So entstehen mehrere Seiten zu einem Produkt durch verschiedene Produktfilter. Die führen zu Duplicate-Content und wenn du da falsch reagierst, nicht mit einem Canonical-Tag, sondern durch Texte, dann kannibalisierst du.
Der Begriff „Keyword-Kannibalismus“ verdankt seinen Namen Rand Fishkin. Der Wizard of Moz hat diesen am häufigsten und als Ersten verwendet. Ich habe es auch zuerst von ihm gehört, aber wenn man mit dem Zeitfilter bei Google spielt, dann findet man die ersten Erwähnungen bei MOZ.

Wie entsteht Keyword-Kannibalisierung?
Früher ist Keyword-Kannibalismus aus freien Stücken, mit voller Absicht entstanden. Smarte SEO-Manager haben versucht, mit so vielen Seiten wie nur möglich auf Seite 1 bei Google zu stehen.
Also wurde so viel Content zum gleichen Keyword platziert, wie nur möglich. Heute ist es mehr ein Content-Marketing-Problem, oder es liegt daran, dass du jede Nutzerfrage beantworten möchtest. Manchmal lässt es sich kaum vermeiden, dass eine Website über das gleiche Keyword mehr als nur eine Seite schreibt.
Oder du hast in einem Shop ein Produkt in verschiedenen Farben. Schnell haben pfiffige Schreiber ein paar Texte umgearbeitet, um keinen Duplicate-Content zu haben. Stattdessen wird nun der Keyword-Kannibalisierung gefrönt.

Woran erkenne ich Keyword-Kannibalisierung?
Du erkennst die Kannibalisierung anhand schwankender Rankings und wechselnder Seiten im Suchergebnis. Nicht daran, dass mehrere Seiten zum gleichen Keyword gefunden werden! Das ist fast nicht mehr möglich (siehe Googles Domain-Diversity-Update von 2019).
Als Beispiel nehme ich mal Grills: Nimm an, du hast einen Shop mit angeschlossenem Blog und Vergleichen. Der Googlebot findet deine Seiten und wird schnell rausfinden können, dass Blogseiten nur bei Suchanfragen ohne hoher Kaufintention gezeigt werden sollten.
Produkte zeigt er nur denen, die eine Kaufintention zeigen. Google weiß das! Nun hast du vielleicht drei Artikel, bei denen ist irgendwie gar kein Unterschied zu sehen. Die besten Holzkohle-Grills und die besten Kohle-Grills zum Beispiel.
Google fängt an, die User zu „fragen“. Der Bot testet deine kannibalisierenden Seiten gegeneinander und entscheidet dann, welche am besten wo hingehört. Und weil sich Lesermeinungen ändern, wird der Bot immer und immer wieder fragen.
Du machst dir selbst Konkurrenz, nur ist die bei Google-Suchergebnissen weder gut, noch belebt sie dein Geschäft. Im Gegenteil! Hättest du nur eine Version, ja, du würdest wohl drei oder vier Positionen weiter oben stehen. Und das konstant mit dem Beitrag, den du da auch sehen willst.
Welche Probleme werden durch Kannibalisierung verursacht?
Du verwirrst den Googlebot. Du hast diverse Seiten zu einem Thema oder diverse Inhalte zu einem Thema. Welche Seite oder welcher Inhalt ist am relevantesten?
Google weiß das nicht und entscheidet für dich. Selbst wenn Google richtig entscheidet – du bist dein eigener Konkurrent. Statt die volle Kraft auf einer Seite zu haben, hast du auf allen Seiten etwas Kraft.
Wie löse ich das Problem mit der Kannibalisierung?
Mehrere Probleme – verschiedene Lösungen. Zuerst gehen wir mal davon aus, du hast überoptimiert und selbst mehrere Seiten auf ein Thema optimiert.
Selbst erstellte doppelte Contents beheben
Entscheide dich, welche Seite du im Ranking haben willst. Die, die am besten konvertiert, oder die, die am besten gefunden wird. Oft korreliert das. Jetzt kannst du „einfach“ die doppelten Inhalte auf den einen interessanten permanent weiterleiten. Schick Google auf alle URLs, bei denen du das angewendet hast, und du siehst die Ergebnisse schnellstmöglich.
Eine Weiterleitung empfehle ich aus diversen Gründen. Zum einen wegen der Weitergabe der Linkkraft, also des PageRanks. Zum anderen kannst du nun ein technisches SEO-Audit machen, die Weiterleitungen finden und die internen Links korrigieren. Was du musst. Eine Weiterleitung allein genügt nicht.
Aber Achtung: Ein SEO-Profi kann einschätzen, ob etwas doppelter Inhalt ist oder nicht. Du kannst das vielleicht nicht und verschlimmerst deine Rankings.
Wie verhinderst du das in Zukunft?
Die Lösung erfolgt mit einem guten Contentplan, einer passenden Webseitenstruktur, verschiedenen Hubs und viel Recherche.
Erstens: Struktur Es ist klar, dass deine holistische Domain mit endlos viel gutem Inhalt nicht alles auf eine Seite tun kann. Du baust dir also Hub-Pages, unterstützend baust du kleinere Seiten herum und linkst zurück.

Wichtig ist also die Struktur, denn ohne eine gut überlegte Struktur kann schon der Mensch nicht mehr durchsehen. Wie soll das eine Maschine tun? Welche Struktur zu dir passt, liegt an dir und deiner Seite.
Zweitens: Recherche Keyword-Kannibalisierung entsteht oft, weil Landingpages nach Suchvolumen gebaut werden. Es genügt dir nicht nur, zu wissen, wie oft etwas gegoogelt wird. Du brauchst heutzutage eine Keyword-Recherche mit Blick auf den User-Intent.
Baue Themencluster und google selbst, um herauszufinden, was der Leser wissen möchte. Du schreibst Texte für den User und zu Themen, nicht für den Bot und weil ein hohes Suchvolumen existiert.
Drittens: Verlinkungen, Anker und Metas
Deine internen Links und deine Meta-Tags machen den Unterschied der Seite klar. Vermeide also, mehrere Seiten nur mit dem Wort „Grill“ zu verlinken. Das treibt wieder die Kannibalisierung voran.
Wenn du das alles beherzigst, werden auch organisch wachsende Backlinks richtige Anker bekommen. Oft aber werden nur URLs verlinkt, also muss auch die URL klare Aussagen zum Thema treffen.
Keyword-Cannibalization erkennst du an:
- Schwankenden Rankings zu bestimmten Suchbegriffen
- sich ändernde URLs im Ranking zu solchen Suchbegriffen
- nicht jedoch durch mehrere Rankings zum gleichen Keyword
Keyword-Cannibalization verhinderst du durch
- Eine übersichtliche Struktur, vorher gut durchdacht
- Inhalte, die auch Mehrwerte für den Leser liefern
- Verlinkung mit den richtigen Ankertexten (Linktexten)
- Think Topic – not Keyword
- Denke an den User und daran, was er sehen/wissen will.
Doppelte Contents aufgrund von CMS-/Shop-System-Settings beheben
Manchmal gibt es ähnliche oder gleiche Inhalte durch Filter in Shops oder andere technische Umstände. Diese kann man oft nicht weiterleiten. Du kannst ja nicht den Shopfilter für „grüne Hosen“ auf „alle Hosen“ weiterleiten.
In dem Fall nimmst du einen Canonical. Du sagst also, dass „grün gefiltert“ nicht deine Zielseite für „Hosen kaufen“ ist, sondern „ungefiltert“. Indem du auf den Filterseiten einen Canonical auf „ungefiltert“ stellst.
Content-Management- und Shop-Systeme machen das mittlerweile von selbst. Sogar Google versucht, die Wahrheit zu finden und entscheidet im Zweifel. Trotzdem: Hab ein Auge drauf und stell es selbst richtig ein.







