Sprechende URLs und Slugs

Veröffentlicht am: Januar 15, 2021
Von: Andreas Becker (intenSEO)
Sprechende URLs, das hast du sicher schon gehört, denn schon bevor du etwas auf Websites veröffentlichst, stellt sich die Frage nach der URL oder dem Slug deiner URL. Was ist ein Slug und was eine URL? Wie erstellt man sprechende URLs und wie sieht eine gute SEO-URL-Struktur für Google aus?
Sprechende SEO URLs - Slugs mit Google Struktur

Die URL ist für Google ein wichtiger Faktor, wenn es um OnPage-Optimierung geht. Wie man eine URL SEO-freundlich gestaltet, was es mit den aus WordPress bekannten Post-Slugs auf sich hat und wie man URLs optimiert, ist umfangreich, aber doch recht einfach.

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    Was bedeutet URL?

    URL ist eine Abkürzung für Uniform Resource Locator (aus dem Englischen). Auf Deutsch bedeutet das einheitlicher Ressourcenzeiger. Die URL identifiziert und lokalisiert eine Ressource und im World Wide Web wäre eine solche Ressource beispielsweise eine Website-Adresse, also die Webseite. Mehr zu URLs bei Wikipedia.

    Dazu gehört:

    Das ist zumindest alles, was dich aus SEO-Sicht zu URLs interessieren muss. Eine vollständige URL wäre z.B.

    • https://www.domainname.de/?seitenid=123
    • https://www.domainname.de/verzeichnis/seite

    Was bedeutet sprechende URL?

    Eine sogenannte sprechende URL ist eine URL, bei der du beim Lesen schon weißt, worum es auf der Seite geht. Bei einer URL wie https://www.domainname.de/?seitenid=123 weißt du nicht, worum es geht. Die ist also nicht sprechend.

    Eine sprechende URL wäre: https://intenseo.de/seo-blog/. Unter dieser sprechenden URL wirst du einen SEO-Blog erwarten.

    Was sind SEO-Slugs?

    Slugs sind der letzte Teil der URL. Im Beispiel https://intenseo.de/seo-blog/ ist “seo-blog” der Slug. Der Slug ist also bei sprechenden URLs der allerletzte Teil der URL.

    Ein Permalink ist tatsächlich einfach ein dauerhafter Identifikator in URL-Form. Eine URL, die permanent zu dem gleichen Ziel führt.

    Natürlich wird versucht, einen Permalink sprechend einzustellen. Also nicht /?p=123 als Permalink zu verwenden, sondern einen sprechenden Namen.

    Wenn du eine gute Breadcrumb-Struktur im Google-SERP sehen möchtest, solltest du z.B. Kategorien in den Permalink einbauen. In einem Content-Management-System wie WordPress würdest du also für klare Struktur

    /%category%/%postname%

    für einen Permalink wählen. Nicht nur den %postname%. Der Vorteil ist eine bessere Struktur. Da Google seit diesem Jahr Breadcrumbs im SERP selbst definiert, hättest du auch im Suchergebnis eine gute Struktur.

    Breadcrumb steht für Brotkrümel – bei Hänsel und Gretel sollten sie den Weg angeben. Das ist hier auch der Fall. Der Weg wäre Domainname / Verzeichnis / Beitrag. Du hast solche Breadcrumbs bestimmt schon als Teil der Navigation gesehen. Wie bei mir über dem Inhaltsverzeichnis.

    breadcrumbs
    Breadcrumbs

    Auch Google verwendet neben dem Meta-Title und der Meta-Description in der SERP eine Breadcrumb-Navigation. Früher war das nur die URL. Es sei denn, man hätte die Breadcrumbs nach schema.org ausgezeichnet.

    Wie kann ich Einfluss auf die Breadcrumbs bei Google nehmen?

    Google erstellt aus den URLs die Breadcrumbs im SERP mittlerweile selbst. Dein Einfluss wäre, strukturierte Daten nach Schema.org zu verwenden. In der Regel macht Google das ausgezeichnet. Wenn deine URL-Struktur und interne Verlinkung hinhauen, dann ist die Breadcrumb-Anzeige bei Google korrekt.

    Wie kann ich für Google die URLs optimieren?

    Es gibt verschiedene Best Practices auf dem Weg zur “clean URL” oder “SEO-friendly URL”. Zum einen schreibt man alles klein, verwendet „-“ anstatt „_“ und keine Sonderzeichen, obwohl dies möglich ist.

    Heute ist SSL zwar ohnehin fast Pflicht, aber damit ist klar: HTTPS ist gewollt. URLs sind einzigartig und verständlich.

    SEO-URLs sind also sprechend und enthalten Struktur. Natürlich sind sie einzigartig und sie enthalten keine Stop-Words. Außerdem haben sie einen Slash am Ende, oder keinen Slash am Ende – nicht mal so und mal so!

    Was sind “Stop Words”?

    Als Stop-Word bezeichnet man Worte ohne Informationsgehalt. Also Worte wie „und“, „der“, „die“, „das“, “zum”. Stopwords werden auch als „Stop-Wort“ oder „Stoppwörter“ bezeichnet. Sie werden im allgemeinen Sprachgebrauch zwar sehr häufig genutzt, liefern im Grunde allerdings keine zusätzlichen Informationen. Es ist also wenig sinnvoll, Stop-Words in URLs zu verwenden.

    Lesetipp:  Webkataloge, Bookmarks und Directories

    Was hat es mit dem Trailing-Slash auf sich?

    Trailing Slash bedeutet: Steht am Ende der URL ein Slash oder nicht. Aus SEO-Sicht ist das “Ob” ziemlich egal. Beides ist möglich: Ja oder nein. Das Problem: Deine URL darf nicht mit und ohne Slash am Ende zugänglich sein. Denn für Google sind das alles verschiedene URLs, aus SEO-Sicht also Duplicate Content. Der einzige Unterschied ist die Homepage, denn die verwendet Google immer mit Trailing-Slash.

    Bei den ULRs früher alles falsch gemacht, soll ich sie korrigieren?

    Wenn du früher alles falsch gemacht hast, lohnt es sich nicht, alles zu korrigieren und weiterzuleiten. Das kannst du machen, wenn gar nichts rankt. Ansonsten verwirrst du Google mehr, für sehr wenig Nutzen.

    Wenn du allerdings eine URL für immer änderst, dann solltest du mit permanenten Weiterleitungen (301 Redirect) arbeiten.

    Wann lohnen sich Korrektur und 301-Redirection?

    Beim Weiterleiten von HTTP auf HTTPS – natürlich. Das lohnt nicht nur, das ist Pflicht (auch wenn ich hier nicht den Minimalfaktor SSL für das Ranking anspreche). Eher die DSGVO.

    Wenn deine URLs mit Trailing-Slash und ohne erreichbar sind, ist ein Redirect und korrektur natürlich sinnvoll und ein Muss. Um Stop-Words zu entfernen oder Sonderzeichen aus einer URL zu nehmen, nein, das lohnt sich nicht. Lass die URL wie sie ist. Aber mach es in Zukunft besser.

    Ach anstelle des Unterstrichs ein Minus – sinnvoll, aber kein Grund alle URLs zu ändern und Weiterzuleiten. Wie gesagt, in Zukunft machst du es besser!

    SEO-URLS auf einen Blick

    • SEO-URLs sind sprechende URLs und einzigartig
    • haben Struktur und sind verständlich
    • kleingeschrieben und ohne Sonderzeichen
    • mit oder ohne Trailing-Slash, nicht mal so und mal so
    • Für die Lesbarkeit sind Worte mit Minus, nicht mit Unterstrich getrennt
    • Eine Seite ist nur unter einer URL erreichbar
    • Ändern lohnt sich nachträglich oft nicht, mach es in Zukunft richtig.
    Über mich und intenSEO:
    Die Webseite intenSEO kann dir dabei helfen, SEO zu lernen. Ich bin Profi-SEO seit fast 20 Jahren. Außerdem Search-Nerd, Gamer und Programmierer.

    Diese Domain ist in erster Linie ein Testprojekt. Ich fahre hier diverse Tests und überprüfe Theorien. Der Inhalt aus dem Jahr 2026 ist jedoch aktuell und richtig. Du kannst also etwas mitnehmen und lernen. Jedoch kannst du meine Dienste nicht in Anspruch nehmen, ich biete keine SEO-Dienstleistungen für Dritte an.

    Ich bin ein SEO aus Brandenburg und war lange Head of SEO in der nerdigsten SEO-Agentur Berlins. Mittlerweile arbeite ich wieder InHouse und "mache" SEO und Conversion-Rate-Optimierung bei bonify – der Forteil GmbH.