Was ist „above the fold“ bei Webseiten?

Veröffentlicht am: Oktober 19, 2020
Von: Andreas Becker (intenSEO)
Als "Above the fold" wird der Bereich einer Webseite bezeichnet, der für die Nutzer auf den ersten Blick sichtbar ist, ohne dass die Benutzer scrollen müssen. Was es zu beachten gibt erfährst du hier.
above the fold wiki
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    Was bedeutet „above the fold“?


    Der Teil deiner Webseite, der ohne jedes Scrollen zu sehen ist, wird als „above the fold“ bezeichnet. Scrollt der User, so befindet er sich demnach „below the fold„.

    „Fold“ stammt aus dem Druckereiwesen und wird für eine exakt geknickte Papierkante (Falzlinie) verwendet. Die Falzlinie bei deiner Webseite ist also die Unterseite deines Webbrowsers.

    Dieser Falz ist kein fixer Wert. Im Zeitalter von Mobile-First und vielen verschiedenen Auflösungen handelt es sich mehr um einen relativen Bereich.

    Above the fold Beispiel
    Above the fold Beispiel

    Worauf ist zu achten?

    Der Bereich „above the fold“ ist aus mehreren Gründen wichtig für deine Webseite. Zum einen aus Conversion- und Usability-Sicht, zum anderen aus SEO-Sicht.

    Es ist generell ratsam, wichtige Inhalte deiner Webseite „above the fold“, also sofort sichtbar, zu platzieren. Dieser Inhalt hat sofort das Augenmerk des Nutzers. Gefällt der Bereich, so führt das oft zu einer höheren Verweildauer und einer verringerten Absprungrate.

    Zum Beispiel dadurch, dass der Nutzer in diesem sofort sichtbaren Bereich findet, dass ihn genau das erwartet, wonach er sucht.

    Wie erwähnt gibt es mit unterschiedlichen Browsern, Geräten und Bildschirmauflösungen auch verschiedene „above the fold“-Bereiche. In Google Analytics steht ein kostenloses Tool zur Verfügung, welches den sichtbaren Bereich deiner Webseite in unterschiedlichen Browsern und Bildschirmauflösungen anzeigt.

    Mit Tools wie z. B. Hotjar könntest du auch Heatmaps erstellen, die die durchschnittliche Fold-Linie zeigen.

    Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

    Ein Layout, das „above the fold“-Inhalte gut einsetzt, erntet positive User-Signale. Schon das wird von Google positiv bewertet. Wer dort hingegen viele Werbebanner platziert, der erntet negative Reaktionen, auch von Google.

    Page-Layout-Algorithmus

    Google hat eigens dafür Updates und Algorithmen entwickelt, wie den „Page-Layout-Algorithmus“. (Siehe Google-Updates: Version #3 des Page-Layout-Algorithmus am 6. Februar 2014 hat Google seinen Page Layout Algorithmus aufgefrischt und straft Seiten mit zu vielen Werbeanzeigen above the fold ab.)

    Etwa zur gleichen Zeit ging es los, dass Webseitenbetreiber nur den sichtbaren Teil für den User bauten und alles Weitere für die Maschine. Der Mehrwert dieser Inhalte hält sich für den User jedoch in Grenzen. Etwa die Erfindung des Schuhs erklärt in einem Online-Shop.

    Die ersten Updates dazu gab es im Januar 2012 und nochmal im Oktober 2012. Abgestraft hat Google die „Top Heavy“-Seiten, also Seiten mit zu vielen Werbebannern „above the fold“.

    Aus reiner SEO-Sicht sind diese Werbebanner weit oben im Layout nicht ratsam. Es ist aus Google-Sicht auch nicht ratsam, die eigentlichen Inhalte der Seite unter der Falzlinie (below the fold) zu platzieren.

    Auch zu viele AdSense-Einbindungen oder Werbeplatzierungen im oberen Bereich deiner Seite können zu Problemen führen.

    Pagespeeds kritischer Bereich

    Und weil dieser sofort sichtbare Bereich so wichtig ist, sollte er auch schnell laden. Vermeide, dass Scripte und CSS das Rendern des so wichtigen Bereichs blockieren. Zum Beispiel durch das Verschieben von kritischen Styles. Und wenn dir Google PageSpeed Insights sagt „Kritischer Bereich“, dann meint es eigentlich den Bereich „Oberhalb der Falz“!

    Aufmerksamkeitsverteilung above und below the fold

    Was findet Beachtung? Reflektiere dich und deine Webseitenbesuche. Klar bist du auf manchen Seiten viel unterwegs, kennst und vertraust, du scrollst. Doch was bei einer der vielen unbekannten Seiten, die du gerade zum ersten Mal besuchst?

    Der Content „above the fold“ bekommt immer noch fast 80 % der Aufmerksamkeit der Nutzer. Daran hat sich seit 2013 nichts geändert. Ja, wir haben uns an das Scrollen gewöhnt, doch wir tun das nicht überall.

    Gerade deshalb werden oft CTAs dort platziert. Manchmal kommt der eigentliche Inhalt komplett unter dieser Falzlinie. Und nicht selten sieht man ganz oben ein großes Hero-Image und einen CTA-Button.

    Ein Spagat ist es, den richtigen Wert zwischen Conversion Rate, Monetarisierung und SEO hinzubekommen. Du solltest immer bedenken, dass eine Seite für organische Besucher nur sehr selten einen reinen Conversion-Fokus hat.

    Lesetipp:  SEO-Fehler: Die häufigsten Probleme und wie du sie wirklich vermeidest

    Nutze das Wissen über Aufmerksamkeit doch eher für Seiten, auf die du Werbung schaltest, oder für Seiten, die weniger SEO-wichtig sind. Ein Headerbild mit CTA ist oft gut fürs Geld, doch genauso oft schlecht für die Google-Rankings.

    Über mich und intenSEO:
    Die Webseite intenSEO kann dir dabei helfen, SEO zu lernen. Ich bin Profi-SEO seit fast 20 Jahren. Außerdem Search-Nerd, Gamer und Programmierer.

    Diese Domain ist in erster Linie ein Testprojekt. Ich fahre hier diverse Tests und überprüfe Theorien. Der Inhalt aus dem Jahr 2026 ist jedoch aktuell und richtig. Du kannst also etwas mitnehmen und lernen. Jedoch kannst du meine Dienste nicht in Anspruch nehmen, ich biete keine SEO-Dienstleistungen für Dritte an.

    Ich bin ein SEO aus Brandenburg und war lange Head of SEO in der nerdigsten SEO-Agentur Berlins. Mittlerweile arbeite ich wieder InHouse und "mache" SEO und Conversion-Rate-Optimierung bei bonify – der Forteil GmbH.