Meta-Tag-Keywords klingen nach klassischem SEO-Handwerk. Viele kennen das Tag noch aus älteren Tutorials, aus alten WordPress-Plugins oder aus Zeiten, in denen man einfach ein paar Begriffe in den Head-Bereich geschrieben hat und auf bessere Rankings gehofft hat.
Wenn du wenig Zeit hast, merk dir vor allem das: Meta-Tag-Keywords sind heute in normaler SEO-Praxis kein relevanter Ranking-Faktor mehr. Google listet unterstützte Meta-Tags wie etwa robots, google-site-verification, charset oder bestimmte Steuerungsangaben auf.

Das Wichtigste in Kürze
Das klassische Keywords-Tag gehört nicht zu den aktuell unterstützten Meta-Tags, und Google erklärt ausdrücklich, dass nicht unterstützte Meta-Tags ignoriert werden. Schon Anfang 2000 sagte Google ganz offiziell: Das Meta-Keyword-Tag verwenden wir nicht für das Google-Ranking. Wir verwenden über 200 Faktoren, das Keyword-Tag gehört nicht dazu.
Warum dann dieser Artikel? Weil es niemand glaubt oder weiß. Weil immer noch davon ausgegangen wird, dass es das Ranking beeinflusst. Ob jetzt ein angeblicher positiver Effekt eintritt, wenn man richtige Keywords oder immer unterschiedliche oder die Anzahl X an Meta-Keywords verwendet. Daher habe ich eine kleine Case-Study zum Thema Meta-Keywords gestartet.
So sieht das Meta-Keywords-Tag aus:
<meta name="keywords" content="Keyword1, Keyword2, Keyword3" />
Es sollte (wenn überhaupt) im Bereich einer Webseite eingebunden werden. Angeblich spielt Themenrelevanz von Keywords eine Rolle und man sollte nur 3 bis 10 Keywords verwenden. Diese Angaben sind so unterschiedlich, was daran liegt, dass sie schlicht erfunden sind.
Mein Meta-Keywords-Test
Ich habe eine Website erstellt, die einigen organischen Traffic über Google hatte. Ich habe das Meta-Keyword-Tag immer wieder variiert und auch auf Panda-Updates gewartet (Spam-Algorithmus). Nur so konnte ich eine echt klare Aussage treffen.
Fall 1: kein Meta-Keywords-Tag
Am Anfang hatte ich (übrigens mein Vorschlag der Verwendung des Keyword-Tags) kein Meta-Keyword-Tag. Das ist auch Googles allgemeiner Hinweis auf dessen Verwendung. Aus Sicht eines SEOs: Wollt ihr eure Keyword-Research gratis preisgeben? Dann los! Der organische Traffic beläuft sich auf 100 Besucher am Tag.
Fall 2: 5 relevante Suchbegriffe im Meta-Keywords-Tag
Anschließend teste ich das Ganze mit fünf relevanten Keywords im Meta-Keyword-Tag. Alle waren verschieden (also auch auf jeder Unterseite der Domain anders). Auch nach zwei Monaten beläuft sich der organische Traffic immer noch auf 100 Besucher am Tag. Keine Änderung!
Fall 3: 50 Meta-Keywords
Da kein Unterschied zu sehen war, nahm ich dann gleich ganze 50 Keywords im Meta-Keyword-Tag auf und behielt es auf allen Unterseiten, also das Meta-Keywords-Tag war überall gleich. Auch hier: Der organische Traffic beläuft sich auf 100 Besucher am Tag. Keinerlei Änderungen …
Fall 4: 50 absolut themenfremde Meta-Keywords
Wieder keine Änderung … Dann eben 50 Keywords im Tag und davon alle absolut themenfremd! Und? Natürlich … wieder nichts! Der organische Traffic bleibt weiterhin bei 100 Besuchern am Tag. Als ob es wirklich keine Rolle spielt!
Fall 5: 100 themenfremde Meta-Keywords (inklusive XXX) im Tag
Letzte Chance: Ich nehme 100 Keywords im Keyword-Tag auf und inkludiere einige XXX-Keywords. Wenn dieses Meta-Tag irgendeine Rolle spielt, dann so. Ich mache alles falsch! Zu viele Begriffe, absolut falsche Begriffe, auf jeder Unterseite identisch und: Ich verwende Keywords, auf die man bei Google nicht einmal Werbung schalten darf!
Das Ergebnis ist überraschend: NICHTS! Keine Rankingänderung! Der organische Traffic beläuft sich (nach wie vor) auf 100 Besucher am Tag. Und warum? Darum: Das Meta-Keyword-Tag ist kein Rankingfaktor für Google.
Seht es so: Google findet das Meta-Tag mit dem „Name-Attribut“: Keywords. Der Bot reagiert wie programmiert: ignore everything till Tag-Ends.
Der Google-Bot liest also erst danach weiter. Quasi drückt der Bot die Skip- oder Next-Track-Taste. Wirklich!
Meine (und Googles) allgemeine Verwendungsempfehlung für Meta-Keywords: Lasst das Tag weg!
Matt Cutts von Google zum Meta-Keywords-Tag:
Warum Meta-Tag-Keywords heute praktisch wertlos sind
Bei Google ist die Lage heute ziemlich eindeutig. In der aktuellen Dokumentation zu unterstützten Meta-Tags listet Google die relevanten Tags auf, mit denen sich Indexierung, Darstellung oder technische Steuerung beeinflussen lassen. Gleichzeitig steht dort sinngemäß, dass andere, von Google nicht unterstützte Meta-Tags ignoriert werden.
Das ist wichtig, weil das Meta-Keyword-Tag in dieser Dokumentation nicht als unterstütztes SEO-Signal auftaucht. Dazu kommt, dass Google seine Ranking-Systeme heute als Zusammenspiel zahlreicher Signale und Systeme beschreibt. Im Fokus stehen Relevanz, Nützlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Kontext und hilfreiche Inhalte.
In den Guidelines für “helpful, reliable, people-first content” formuliert Google noch klarer, dass Inhalte für Menschen erstellt werden sollen und nicht, um Suchmaschinen mit oberflächlichen Signalen zu manipulieren. Meiner Erfahrung nach ist genau hier der Denkfehler vieler Einsteiger: Sie suchen nach einem unsichtbaren Trick im Code, obwohl Google längst auf viel tiefere Qualitätsmerkmale schaut.
Ein veraltetes Meta-Feld bringt dir dann nichts, wenn Titel, Suchintention, Struktur und Inhalt nicht sitzen. Deshalb gilt im Alltag: Du kannst das keywords-Tag zwar technisch noch irgendwo eintragen, aber für Google-SEO ist das kein sinnvoller Zeitinvest.
Der eigentliche Grund: Das Tag war zu leicht manipulierbar
Dass Meta-Tag-Keywords an Bedeutung verloren haben, liegt nicht daran, dass Metadaten generell unwichtig geworden wären. Im Gegenteil: Metadaten sind weiterhin wichtig, nur eben andere. Das Problem beim Keywords-Tag war seine Missbrauchsanfälligkeit. Wer Rankings beeinflussen wollte, musste nicht einmal guten Content liefern.
Es reichte früher oft, Listen mit Suchbegriffen zu hinterlegen. Genau solche einfachen Signale sind für Suchmaschinen heute unzuverlässig. Bing hat das in einem älteren, aber weiterhin auffindbaren offiziellen Webmaster-Beitrag sehr deutlich zusammengefasst: Das Meta-Keyword-Tag sei in Bezug auf SEO-Wert tot.
Diese Einordnung passt auch zur heutigen Realität moderner Suche. Google beschreibt seine Rankingsysteme als komplexe Systeme, die viele Signale gleichzeitig auswerten. Search Engine Land fasst den Status 2025 ähnlich zusammen: Meta-Tags bleiben wichtig, aber eben nicht die alten, die man noch aus früheren SEO-Zeiten kennt.
Ich sehe das genauso. Sobald ein Signal billig manipulierbar ist und keinen echten Mehrwert für den Nutzer beweist, verliert es in Suchsystemen fast zwangsläufig an Wert. Das erklärt auch, warum gute SEO heute weniger mit “versteckten Angaben” und mehr mit sauberem Informationsdesign zu tun hat.
Fazit: Meta-Tag-Keywords sind ein SEO-Relikt, keine Strategie
Für mich sind Meta-Keywords eines dieser Themen, die in SEO nur deshalb überleben, weil sie früher einmal wichtig wirkten und weil alte Tutorials nie ganz verschwinden. Der heutige Stand ist aber klar: Für Google sind nicht unterstützte Meta-Tags kein relevanter Hebel, und das klassische Keywords-Tag gehört nicht zu den Meta-Angaben, auf die du deine SEO-Strategie aufbauen solltest.
Bing hat das historisch ebenfalls sehr deutlich eingeordnet. Wirklich wichtig sind heute andere Dinge: starke Titles, gute Descriptions, saubere Robots-Steuerung, nützlicher Content, klare Struktur, gute interne Verlinkung und Inhalte, die eine Suchintention besser erfüllen als die Konkurrenz.
Wenn du also eine To-do-Liste für SEO baust, dann streich Meta-Tag-Keywords ganz weit nach unten oder direkt raus. Ich mache das bei Audits genauso. Nicht weil es besonders provokant klingt, sondern weil die Praxis zeigt, dass moderne Rankings an anderen Stellen gewonnen werden.
Alte SEO-Gewohnheiten fühlen sich manchmal produktiv an. Gute SEO entsteht aber selten durch Nostalgie, sondern fast immer durch klare Prioritäten. Und genau deshalb sind Meta-Tag-Keywords heute eher ein Stück SEO-Geschichte als ein Werkzeug für echte Sichtbarkeit.
- Es spielt keine Rolle, wie du Meta-Keywords verwendest.
- Wieviele Keywords darin vorkommen, ist ebenfalls egal.
- Auch ob du Keywords einzeln oder Keywordphrasen mit 2–4 Wörtern pro Eintrag verwendest
- Auch ist die Länge des Meta-Keywords-Tags egal
- Den größten Nutzen hast du dann, wenn du dir Zeit sparst und es weglässt!
- Großen und wirklich genutzten Suchmaschinen ist das Keyword-Tag total egal.
Verwendete Quellen:
- Google Search Central: Meta Tags and Attributes that Google Supports.
- Google Search Central: Creating Helpful, Reliable, People-First Content.
- Google Search Central: A Guide to Google Search Ranking Systems.
- Bing Webmaster Blog: Blame The Meta Keyword Tag.
- Microsoft Learn: SEO quick reference guide.
- Eine intenSEO eigene Studie von 2009





